Übernahmephantasie könnte den Kurs wieder beflügeln - Sportkanal DSF bringt hohe Werbeerlöse
EM.TV-Aktie geht nach Sprint die Luft aus

Was die Nerven der DSF-Zuschauer zuweilen arg strapaziert, dürfte die Aktionäre von EM.TV freuen: Um 19 Prozent auf 265,9 Mill. Euro stiegen 2004 die Bruttowerbeerlöse des hauseigenen Sportkanals. Der Zuwachs spiegelt sich auch im Geschäftsergebnis 2004 des Münchner Medienunternehmens wider.

HB FRANKFURT. Zum ersten Mal seit fünf Jahren gelang dem ehemaligen Börsenstar des Neuen Marktes mit 43,9 Mill. Euro ein positives Geschäftsergebnis. Allein 86 Prozent der Umsätze erzielte EM.TV dabei durch den Sportbereich um den Sender DSF. Das überzeugte die Analysten davon, dass die Restrukturierung nach der Beinahe-Pleite des Konzerns gelungen ist.

Die Hoffnung auf eine Erholung zeichnete sich schon vorher beim Aktienkurs ab: Seit Jahresbeginn stieg er von drei auf über sechs Euro. Aktuell bewegt er sich bei rund 5,60 Euro. Experten empfehlen, die Aktie zu halten. Besonders das Sportsegment könne auch künftig eine solide Geschäftsbasis bieten, sagt Harald Heider, Analyst der DZ Bank. „Der Erwerb von Übertragungsrechten an attraktiven Sportveranstaltungen ist für EM.TV allerdings weiter von großer Bedeutung“, so Heider. Dies garantiere gute Einschaltquoten und entsprechende Erlöse bei der Werbeplatzvermarktung. Davon profitiert auch die hauseigene Produktionsfirma Plazamedia, bei der DSF Großkunde ist, und das zu EM.TV gehörende Internetportal Sport 1.

Doch gerade das Zugpferd erste Bundesliga weckt das Interesse von finanzstarken Konkurrenten wie der RTL Group. Das könnte den Preis der Rechte während der nächsten Verhandlungsrunde ab Mitte 2005 in die Höhe treiben. Rechte an Live-Übertragungen von großen Sportereignissen und an der zweiten Bundesliga könnten den Verlust jedoch kompensieren, sagt Heider. Zudem besitze das Unternehmen mit dem Segment Unterhaltung ein solides weiteres Standbein. EM.TV liefert unter anderem Kinder- und Jugendprogramm an das ZDF. Und erst diese Woche wurde ein Dreijahresvertrag mit dem ukrainischen Sender K1 vermeldet. Den Aktienkurs jedoch kann all das nach Einschätzung von Heider jedoch kaum bewegen. „Jetzt geht es vor allem darum, das operative Geschäft zu verbessern“, sagt der DZ Bank-Analyst. Den fairen Aktienwert gibt er mit 6,10 Euro an.

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