Übernahmephantasien im Finanzbereich können die Anleger nicht nachhaltig überzeugen
Investoren halten sich bei Banken zurück

Deutsche Bankaktien vermögen die privaten Investoren nicht zu beeindrucken. Fast die Hälfte der Anleger würde nicht auf diese Titel spekulieren. Dies ist das Ergebnis der Anlegerumfrage des Handelsblatts und des Bankhauses Trinkaus & Burkhardt. Damit folgen die Investoren ungeachtet der jüngsten Fusions- und Übernahmephantasie nicht der Meinung von Experten.

HB DÜSSELDORF. Auch die fulminante Rally des Deutschen Aktienindexes (Dax) seit Ende Mai ließ die Investoren unbeeindruckt. Mit über 4600 Punkten lag das deutsche Aktienbarometer zwischenzeitlich so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr; gestern bremste jedoch vor allem der hohe Rohölpreis den Höhenflug deutscher Aktien.

Ausgelöst wurde der steile Anstieg des Dax durch die Fusion der Hypo-Vereinsbank (HVB) mit Unicredito. Der deutsch-italienische Zusammenschluss schürte auch die Übernahmephantasie bei anderen Aktien wie der Commerzbank.

Die privaten Investoren betrachten derartige Entwicklungen aber mit Skepsis. Lediglich 27 Prozent gehen davon aus, dass der Konzentrationsprozess im Bankensektor die Kurse auch künftig beflügeln wird. Fast drei Viertel der Anleger glauben dagegen sogar, dass Übernahmen längerfristig keine positiven Auswirkungen auf die Kurse haben werden. Diese Ansicht herrscht mit einem Anteil von 80 Prozent besonders stark bei Frauen vor.

Vor diesem Hintergrund erscheint es folgerichtig, dass fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) nicht auf Bankaktien spekulieren würde. Die Papiere haben ihrer Meinung nach kein Aufholpotenzial. Auch hier ist die Skepsis bei den Frauen mit einem Anteil von 57 Prozent stärker ausgeprägt als bei den männlichen Investoren. Nur 19 Prozent der Befragten können sich zurzeit vorstellen, Aktien deutscher Banken zu kaufen, weil diese im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf haben. Weitere 28 Prozent der Befragten erwarten zwar keine Kursänderungen, würden aber den Kauf von Discount- und Bonuszertifikaten ins Kalkül ziehen.

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