Aktien
Übernahmespekulation treibt HVB auf 16-Monatshoch

Die Spekulation über ein unmittelbar bevorstehendes Übernahmeangebot für die Hypovereinsbank (HVB) hat die Aktie am Donnerstag bei hohen Umsätzen auf den höchsten Stand seit Ende Januar 2004 getrieben.

dpa-afx FRANKFURT. Die Spekulation über ein unmittelbar bevorstehendes Übernahmeangebot für die Hypovereinsbank (HVB) hat die Aktie am Donnerstag bei hohen Umsätzen auf den höchsten Stand seit Ende Januar 2004 getrieben. Die Aktien verteuerten sich um 6,31 Prozent auf 20,40 Euro, nach zeitweise 20,65 Euro. Zugleich legte der Dax bis 12.30 Uhr um 0,89 Prozent auf 4 428,40 Punkte zu. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach die italienische Großbank Unicredito 22 Euro je HVB-Aktie bieten wolle. Beide Banken wollten die Gerüchte nicht kommentieren.

Ein Aktienhändler in Düsseldorf sagte, er habe von seinen französischen Kollegen das Gerücht gehört, Unicredito wolle 22 Euro je HVB-Aktie zahlen. Aber angesichts des Feiertages gehe er davon aus, dass sich einige Händler wohl eher "gelangweilt" haben und an den Gerüchten nichts dran sei.

"Am Volumen und an der Bewegung sieht man, dass es nicht nur Zocker sind, die auf den Zug aufspringen", sagte ein Händler in Hannover unter Hinweis auf den ansonsten ruhigen Feiertagshandel. Bis zum Mittag hätten fast drei Mal so viele HVB-Aktien den Besitzer gewechselt wie an normalen Tagen. Das Gerücht erscheine glaubwürdig, weil die Unicredito bereits ihr Interesse an einem Ausbau des Osteuropageschäfts erklärt habe und die HVB-Tochter Bank Austria dort stark sei. Zudem gebe es das Gerücht, die Unicredito habe kurzfristig ihre Präsentation bei einer Bankenkonferenz der BNP in Paris abgesagt haben.

Der Artikel in der italienischen Wirtschaftszeitung "Il Sole 25 Ore", der von vielen Börsianern als Beleg für das bevorstehende Übernahmeangebot der italienischen Bank genannt wurde, nannte der Händler "dünn": "Wenn die Zeitung mehr hätte, hätten sie eine größere Geschichte daraus gemacht. Das Blatt hatte am Donnerstag in einem kleinen Kommentar geschrieben, Gerüchte über eine Übernahme seien nachvollziehbar.

"Es sind Gerüchte in der lokalen Presse gepusht worden, dass die Unicredito übernehmen wolle", sagte auch ein anderer Händler einer Frankfurter Großbank. "Strategisch sieht es so aus, als ob ein Gerücht lanciert worden ist." Die Spekulation über eine Verbindung von HVB und Unicredito sei seit Wochen im Markt.

Die Unicredito wird am Aktienmarkt immer wieder als möglicher Aufkäufer der HVB genannt - nicht zuletzt deshalb, weil HVB-Chef Dieter Rampl sie selbst einmal ins Spiel gebracht hat. Bisher wurde bei Spekulationen allerdings kein möglicher Kaufpreis genannte. Finanzkreisen zufolge hatte die Führungsriege der profitablen italienischen Großbank Anfang des Jahres über eine Kaufofferte nachgedacht, dies jedoch wegen des erneuten Milliardenverlusts der HVB in 2004 wieder verworfen.

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