Überraschender Gewinnsprung
Heidelberg-Aktie stürmt nach oben

Mit den Aktien von Heidelberg Cement haben Anleger in diesem Jahr wenig Freude gehabt. Seit das Unternehmen im Juni in den Dax aufgenommen wurde, ging es deutlich bergab. Doch mit seinen Zahlen für das dritte Quartal hat der Baustoffkonzern Analysten und Anleger überrascht. Die Aktie legt mächtig zu. Und Analysten rechnen mit weiteren Kursgewinnen.
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HB DÜSSELDORF. Mit einem kräftigen Satz hat die Aktie von Heidelberg Cement auf die Quartalszahlen des Baukonzerns reagiert. Der Kurs zog im frühen Handel um 6,5 Prozent an und kostete erstmals seit August wieder mehr als 40 Euro. Im Dax, der gleichzeitig 1,3 Prozent auf 6 700 Punkte zulegte, war Heidelberg Cement damit größter Gewinner.

Die weltweite Nummer drei unter den Herstellern von Zement und Beton hatte für das dritte Quartal einen unerwarteten Gewinnsprung gemeldet. Der Überschuss kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal von 149 Mio. auf 322 Mio. Euro. Von Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 258 Mill. Euro gerechnet. Auch der Umsatz lag mit 3,4 Mrd. Euro (plus 13 Prozent) leicht über den Erwartungen der Experten, die 3,34 Mrd. Euro prognotiziert hatten.

Ausschlaggebend für die gute Entwicklung waren zum einen florierende Geschäfte in Asien und Afrika. Zum anderen profitierte Heidelberg Cement von einem verbesserten Finanzergebnis, in dem sich die besseren Kreditbedingungen nach der Neuordnung der Konzern-Finanzstruktur bemerkbar machten. Außerdem wirkte auch das laufende Sparprogramm positiv auf das Ergebnis.

Die Kosten- und Schuldenstruktur hat für den Konzern nach Worten von Vorstandschef Bernd Scheifele auch weiter Priorität. Das Kostensenkungsprogramm über 300 Mio. Euro für das laufende Jahr werde zu Ende geführt, die Reduzierung der noch 8,6 Milliarden Euro hohen Verschuldung stehe im Vordergrund.

Einen konkreten Ausblick wagt Scheifele nach wie vor nicht. Die Nachfrage nach Baustoffen sei zwar gestiegen, es bestünden aber "immer noch Unsicherheiten" über die weitere Entwicklung. Dazu gehörten die hohe Arbeitslosigkeit in den USA und die Sparprogramme in vielen Ländern, sagte Scheifele.

Bei Anlegern und Analysten wurde dies aber ebenso wenig negativ gesehen wie die Tatsache, dass die operative Marge von Heidelcement mit 22,8 Prozent in etwa auf Vorjahresniveau stagniert. "Wir sehen unser Anlageurteil durch die Ergebnisse bestätigt", schrieb Ralf Dörper von der WestLB am Morgen in einer Kurzstudie. Er empfiehlt Heidelberg-Cement mit dem Anlageurteil "add" zum Kauf. Noch positiver zeigen sich die Analysten von SEB. Sie stufen die Aktie mit "strong buy" ein und geben als Kursziel 54 Euro aus. Auch Merck Finck, Commerzbank, DZ Bank und Jefferies sprachen am Morgen Kaufempfehlungen aus.

Insgesamt raten nach Daten von Bloomberg aktuell 25 Analysten, die Heidelberg Cement beobachten, zum Kauf, fünf sagen "halten" und zwei empfehlen einen Verkauf. Damit gehört das Unternehmen zu den absoluten Favoriten unter den Dax-Werten.

Nachholbedarf hat die Aktie auf jeden Fall: Seit dem 21. Juni, als Heidelberg Cement in den Dax aufgenommen wurde, hat sie 15 Prozent an Wert verloren. Seit Jahresanfang ist sie mit einem Minus von gut 16 Prozent drittschlechtester Wert im deutschen Leitindex. Lediglich die beiden Versorger haben sich schlechter entwickelt.

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