Umsätze der Pharmasparte sinken wegen auslaufender Patente – Zukäufe sollen Wachstum retten
Analysten halten Merck für ausgereizt

Die Aktie des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck KGaA ist ein umstrittenes Phänomen. Nur 4 von 33 Analysten empfehlen laut dem Finanzinformationsdienst Bloomberg, Merck-Anteile zu kaufen.

DÜSSELDORF. Ein Drittel würden sie lediglich „halten“, was Börsianer oft schon als Verkaufstipp werten. Und mehr als die Hälfte der Experten rät, das Papier aus den Depots zu werfen. Und was macht die Aktie? Sie steigt und steigt, notiert 100 Prozent höher als vor Jahresfrist und nur zehn Prozent unter dem im Jahr 2000 erreichten Allzeithoch von 49 Euro. Investoren sollten Gewinne mitnehmen.

Ulrich Huwald von der Bank M.M. Warburg steht mit seiner Verkaufsempfehlung für die skeptischen Analysten: „Ich sehe das Kursziel bei 37 Euro.“ Christian Orquera von der Bankgesellschaft Berlin rät dagegen zum Kauf: „Unser Kursziel liegt bei 48 Euro.“

Optimisten und Pessimisten haben aber auch gemeinsame Positionen: Ja, Merck würde im Jahresverlauf in der Pharmasparte – die bislang fast die Hälfte der Konzernumsätze brachte – Gewinnrückgänge verzeichnen. Denn Nachahmermedikamente eroberten den Markt. Die Billigkonkurrenz schade vor allem den Diabetisprodukten der Glucophage-Familie. Für einige dieser Arzneien laufen Patente aus. Und ja, das Krebsmedikament Erbitux würde erst in den nächsten Jahren die Gewinndelle ausbeulen. Die Experten erwarten, dass Erbitux bis Mitte 2004 in Europa zugelassen und ein Verkaufsschlager wird. Andere Produkte sind in der Pipeline.

Auch die Chemiesparte hat ihre Renner. So ist Merck Marktführer bei der Produktion von Flüssigkristallen. Diese benötigen Elektronikkonzerne wie Samsung und Philips für die Herstellung von Flachbildschirmen. „Der Bedarf nach Flüssigkristallen nimmt zu , weil die Nachfrage nach Notebooks, Computerbildschirmen und modernen TV-Geräten steigt. Die Wachstumsprognose von Merck in dem Bereich ist konservativ“, sagt Christian Orquera. Ulrich Huwald ergänzt: „Die Chemiesparte wirkt stabilisierend auf das Gesamtergebnis.“

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