Unter der Lupe
Alstom-Aktie rückt in den Fokus der Anleger

Die Aktie des Industriekonzerns Alstom hat sich im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld verhältnismäßig gut gehalten. Zur Belohnung verdrängte der Hersteller von TGV-Schnellzügen und Kraftwerksturbinen den Telekomausrüster Alcatel-Lucent aus dem Eurostoxx 50. Durch die Indexaufnahme steht die Aktie im Fokus der Investoren, was ihr kurzfristig gut tun dürfte.

PARIS. Der Industriekonzern Alstom nahm zu Beginn dieser Woche in dem Index der 50 größten Unternehmen der Euro-Zone den Platz des angeschlagenen Telekomausrüsters Alcatel-Lucent ein, der stark an Börsenwert verloren hat. Einst hielt Alcatel Beteiligungen an Alstom, heute ist Alstom mehr als doppelt so viel wert wie Alcatel-Lucent. Konzernchef Patrick Kron hat aus dem überschuldeten Industriekonglomerat, Hersteller von TGV-Schnellzügen und Kraftwerksturbinen, durch einen tiefgreifenden Umbau einen Konzern mit 17 Mrd. Euro Jahresumsatz und fast einer Mrd. Euro-Cash-Überschuss geschmiedet.

Durch die Indexaufnahme steht die Aktie im Fokus der Investoren, was ihr kurzfristig gut tun dürfte. Analysten sehen trotz der weltweiten Finanzkrise dank des gesunden Geschäftsmodells noch Perspektiven. "Die Auftragsbücher sind für die kommenden 28 Monate gefüllt", sagt ein Pariser Analyst. Deshalb dürften die Umsatzzahlen bis in das Geschäftsjahr 2010/2011 gesichert sein.

Die Aktie hat sich im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld verhältnismäßig gut gehalten, sie steht bei Werten um 62 Euro und hat in diesem Jahr nur rund 15 Prozent an Wert verloren, Alcatel dagegen 30 Prozent.

Analysten schätzen die Aktie nicht als überteuert ein, obwohl sie derzeit mit dem 15-fachen des für 2009 erwarteten Gewinns bewertet ist. Bei dem deutschen Konkurrenten Siemens dagegen beträgt das Kurs-Gewinnverhältnis nur rund zehn. "Für den Siemens-Konzern, mit dem Alstom meist verglichen wird, sind die Umsatzzahlen dagegen schon im Jahr 2009 nicht mehr so gesichert", erklärt ein Analyst.

Die Nachfrage nach Infrastrukturprojekten ist weltweit groß, davon dürfte Alstom weiterhin profitieren. Kürzlich hat Alstom sogar seine Erwartungen für die operationelle Marge für das Geschäftsjahr 2009/2010 von acht auf neun Prozent heraufgesetzt. Allerdings gibt es für den Konzern einige Unsicherheitsfaktoren. Einer davon ist die Finanzkrise. Es besteht die Gefahr, dass Unternehmen ihre Projekte nicht mehr finanziert bekommen.

Analysten sind sich nicht darüber einig, ob die Krise Alstom in Bedrängnis bringen könnte. Kurzfristig sei das nicht der Fall, weil die Auftragsbücher gefüllt sind. "Langfristig könnte das allerdings schon Auswirkungen haben, wenn Staaten oder Unternehmen ihre Ausgaben in dem Bereich reduzieren", sagt Dieter Furniere von Dexia. Er verwies darauf, dass im letzten Monat die Bestellungen in dem Bereich schon zurückgegangen seien. Andere Analysten sehen jedoch keine Gefahr einer langfristigen Kürzung von Infrastrukturausgaben.

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