Unternehmen der kanadischen Ölsandindustrie will Förderung von Rohöl in den nächsten Jahren verdoppeln
Analysten stufen Suncor-Aktien als attraktiv ein

Die Aktiengesellschaft Suncor Energy Inc., einer der großen Akteure in der kanadischen Ölsandindustrie, will im dritten Quartal 2005 wieder die volle Produktionskapazität erreichen.

OTTAWA. Ölsand ist ein Gemisch aus Sand und Öl, aus dem Rohöl gewonnen wird. Im Januar hatte ein Feuer eine Aufarbeitungsanlage von Suncor zur Umwandlung von Bitumen in Rohöl stark beschädigt. Suncor-Präsident Rick George erwartet zudem, dass durch Ausbau der Produktionsanlagen die Kapazität für die Rohöl-Gewinnung bis Ende des Jahres auf 260 000 Barrel pro Tag ausgeweitet werden kann.

Analysten bewerten Suncors langfristige Wachstumserwartungen angesichts der Investitionspläne und der Bitumen-Reserven positiv. Randy Ollenberger, Ölanalyst von BMO Nesbitt Burns, sieht den Wert der Suncor-Aktien im „attraktiven Wachstumsprofil in der Produktion und der langen Lebensdauer der Reserven“. Aktien von Suncor werden derzeit an der Börsen in Toronto mit rund 50 Can-Dollar gehandelt, in New York mit 40 US-Dollar. Anfang des Jahres lagen sie noch bei 40 bis 42 Can-Dollar (32,50 bis 35 US-Dollar). Das Feuer am 4. Januar hatte einen der so genannten Upgrader in Fort McMurray, dem Zentrum der Ölsandindustrie im Norden der Provinz Alberta, beschädigt und die Produktion von etwa 225 000 Barrel auf 110 000 Barrel pro Tag halbiert. George machte jüngst auf der Aktionärsversammlung in Calgary deutlich, dass Suncor im September zur vollen Produktion zurückkehren wolle. „Unsere Absicht ist, unseren Anteilseignern ein starkes Finish des Jahres 2005 zu liefern.“

Neue Technologien haben die Gewinnung von Rohöl aus Ölsand in den vergangenen Jahren wirtschaftlich rentabel gemacht und Kanada zu den Ländern mit den größten Ölreserven aufsteigen lassen. Suncor Energy Inc. gehört zu den Pionieren im Ölsandgebiet. 1976 startete das Unternehmen, damals unter dem Namen Great Canadian Oil Sands, mit 45 000 Barrel pro Tag. Ende der 90er-Jahre lag die Kapazität bei 150 000 Barrel. Nach der ersten Phase des „Millenium-Projekts“ ist die Kapazität nun auf 225 000 Barrel gestiegen. Die zweite Phase (“Voyageur“) soll bis 2010/2012 zur Produktion von mehr als einer halben Million Barrel pro Tag führen.

Die Abbau-Lizenzen von Suncor umfassen ein Gebiet, in dem schätzungsweise elf bis zwölf Milliarden Barrel Bitumen lagern. Suncor ist darüber hinaus in der Erdgasförderung in West-Kanada sowie in Ontario und im US-Staat Colorado im Raffineriegeschäft tätig. Am Mittwoch gab das Unternehmen den Kauf einer Raffinerie der Valero Energy Corporation in Denver für 30 Mill. US-Dollar bekannt. Damit hat Suncor nun zwei Raffinerien in Denver, die zusammen eine Kapazität von 90 000 Barrel pro Tag haben und die Position Suncors auf dem regionalen Markt stärken sollen.

Das Unternehmenskonzept findet bei Analysten Anklang. Terry Peters von der Investmentfirma Canaccord Capital Corporation (Toronto) bescheinigt Suncor „ein gutes langfristiges Wachstumsprofil“. Da die Aktien derzeit im Bereich des Allzeithochs gehandelt werden und Canaccord einen Zielpreis ebenfalls in der Höhe von 50 Can-Dollar angibt, empfiehlt Peters zurzeit lediglich ein „Halten“ der Aktien. „Für die nahe Zukunft sehen wir die Aktie fair bewertet. Auf lange Sicht gibt es Gründe, Suncor-Aktien zu besitzen.“ Die erwartete Verdoppelung der Produktion mache die Aktie für Langzeit-Investoren interessant.

Die Investmentbank UBS Warburg stufte Ende April die Aktien von „neutral“ auf „kaufen“ hoch und geht von einem Kursziel in Höhe von 55 Dollar aus. „Wir glauben, dass Suncor mit über zwölf Mrd. Barrels abbaubarer Ölsandreserven die Vermögensbasis hat, um die Ölsandproduktion bis 2012 zu verdoppeln, was zu einem profitablen langfristigen Wachstum führen wird“, urteilt Analyst Brian Dutton.

Randy Ollenberger, Öl- und Energieanalyst bei BMO Nesbitt Burns Research, erwartet eine überdurchschnittliche Kursentwicklung der Suncor-Aktien und beziffert das Kursziel für das Papier mit 62 Dollar deutlich höher als UBS Warburg. Die Suncor-Aktien seien auf dem gegenwärtigen Niveau „attraktiv bewertet“.

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