Unternehmen expandiert ins Ausland
Analysten begeistern sich fürs Monopol

Mit Spannung hatten die Anleger die Halbjahreszahlen von Gaz de France (GDF) erwartet; immerhin handelte es sich um die erste Bilanz seit dem Börsengang des Unternehmens im Juli. Der französische Gasversorger bestätigte sein Image, ein sicherer, aber konservativer Wert zu sein, mit gesunder Finanzstruktur und Dividendenphantasie, aber ohne überragende Kurschance.

PARIS. Analysten schätzen die sicheren Einnahmen des Unternehmens, bedingt durch seine zum Teil monopolartige Stellung. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 20,3 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro, der Nettogewinn um gut 13 Prozent auf 1,19 Mrd. Euro. Das war deutlich mehr, als Analysten geschätzt hatten.

„Die Aktie ist gut abgesichert, die Story ist gut, wenngleich nicht überragend“, kommentiert Peter Wirtz von der WestLB. Die Zahlen seien besser als die der Konkurrenz. Auf jeden Fall sei GDF ein Wert, den man halten könne. Auch Pariser Experten heben die saubere Bilanz hervor und verweisen darauf, dass das gute Ergebnis im Umfeld schwankender Preise und der Öffnung der Gasmärkte erzielt worden sei. Tatsächlich befindet sich das Unternehmen in guter Verfassung. Mit 80 Prozent Marktanteil ist es die Nummer eins in Frankreich – mit elf Millionen Kunden – und die Nummer zwei in Europa. Zwölf Mrd. Euro Eigenkapital stehen Netto-Schulden von lediglich 4,2 Mrd. Euro gegenüber.

Eine der Stärken von GDF ist sicherlich das klare Profil. Denn von der Förderung über die Infrastruktur (Leitung und Lagerung) bis hin zum Endkundenservice deckt GDF alles ab. Das ist einmalig in Europa. Vor allem das Transportgeschäft ist lukrativ: Immerhin erzielt das teilprivatisierte Unternehmen über zwei Drittel seines Vorsteuergewinns (Ebitda) mit dem Leitungsgeschäft – und das ist reguliert. Manche, vor allem britische Experten, die traditionell eher der Kraft des Marktes vertrauen, bewerten diesen Punkt zwar als negativ. Auf der anderen Seite birgt dies aber auch Vorteile. Denn die Preise für die Gas-Durchleitung werden vom staatlichen Regulierer auf mehrere Jahre festgesetzt – für das Unternehmen eine sichere Einnahmequelle; der Cash-Flow ist so bequem vorhersehbar. Und schließlich kann der Staat als Mehrheitseigentümer kein Interesse daran haben, den Wert der Beteiligung durch zu großen Preisdruck zu gefährden.

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