Unternehmen hat 441 Filialen in Deutschland
ATU: Wir sind bereits börsenfähig

Die ATU AG hat ihre Pläne für den Börsengang bekräftigt. Spätestens bis zum Ende des dritten Quartals 2004 soll das Unternehmen an der Börsen notiert sein.

HB WEIDEN. Mit dem Zeichnungserlös will die Kette von Autofahrer-Fachmärkten mit integrierten Werkstätten ihre Finanzverbindlichkeiten abbauen und die weitere Expansion finanzieren, erklärte Vorstandsvorsitzender Werner Aichinger am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz. In Deutschland plant das Unternehmen ein öffentliches Angebot. Außerhalb der Bundesrepublik sei eine Privatplatzierung bei institutionellen Investoren vorgesehen, kündigte ATU weiter mit.

ATU habe die Vorbereitungen zum Börsengang bereits jetzt abgeschlossen, sagte Aichinger. "ATU ist heute börsenfähig!" Nach Angaben aus Finanzkreisen ist gut vorstellbar, dass die Erstnotierung noch im 2. Quartal erfolgen wird. Damit wäre ATU nach den zunächst gescheiterten Börsengängen von X-Fab und Siltronic das erste deutsche Unternehmen, dass 2004 tatsächlich auf das Parkett geht.

Die 1985 gegründete Kette unterhält derzeit 441 Filialen in Deutschland, 13 in Österreich und 1 in Tschechien. Das Unternehmen erzielte mit rund 12 300 Mitarbeitern 2003 einen Umsatz nach IFRS von 1,1 (Vj. 1,024) Mrd Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag im abgelaufenen Jahr bei 125,42 (vj 108,05) Mill. Euro. Nach Steuern weist das Unternehmen ein Ergebnis von 2,978 (Vj. minus 17,09) Mill. Euro aus. Firmengründer Peter Unger hatte 2002 die Mehrheit seiner Anteile an die britische Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson auf dem Weg eines Leveraged Buy-Out (LBO) veräußert. Seitdem halten Doughty Hanson rund 72% und Unger rund 19% an ATU, das Management 5%. Die restlichen 4% sind eigene Aktien aus der Finanzierung über das LBO.

Durch die Finanzierung über ein LBO verzeichnet ATU, wie bei einem derartigen Übernahme-Modell üblich, eine hohe Zinsbelastung und Goodwill-Abschreibungen. Für 2003 weist das Unternehmen kurz- und langfristige Bankverbindlichkeiten aus dem LBO von 490,6 Mill. Euro aus. Diese konnten gegenüber dem Vorjahr um rund 126 Mio von zuvor 616,3 Mill. Euro zurückgefahren werden. Hinzu kommen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von 274,7 Mio EUR sowie Finanzverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing vor allem für das neue Distributionszentrum über 438,5 Mill. Euro.

Im Rahmen des Börsengangs sei geplant, "einen substantiellen Teil der Aktien aus einer Kapitalerhöhung zu platzieren", kündigte Finanzvorstand Dirk Müller an. Ziel sei, mindestens soviele Aktien zu platzieren, dass die Gesellschafterdarlehen abgelöst und weitere Verbindlichkeiten reduziert werden können, erklärte Müller. Allerdings werde ATU auch nach dem Börsengang nicht vollständig schuldenfrei sein. Über Kreditlinien werde derzeit mit Banken verhandelt.

Das Emissionskonsortium wird nach Firmenangaben von den Banken Credit Suisse First Boston (CSFB) und HSBC Trinkaus & Burkhardt geführt.

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