Unternehmen ist europaweit der größte Besitzer von mautpflichtigen Autobahnen
Autostrade-Anleger setzen auf hohe Maut

Erst machte die Familie Benetton nur bunte Pullover, dann kam die Zeit der Diversifikationen. Zu dem Geschäft mit Strickwaren aus dem italienischen Nordosten kamen Beteiligungen bei Banken, bei Pirelli, bei Telecom-Olivetti und bei Autogrill, der italienischen Raststättengesellschaft. Die größte Neuerwerbung der Geschwister aus Pon-zano Veneto wurde erst vor einem Monat abgeschlossen: Seitdem ist Benetton Mehrheitsaktionär der italienischen Autostrade Spa.

MAILAND. Im Aufsichtsrat sitzt einer der Brüder, Gilberto Benetton. Mailänder Analysten schauen durchweg positiv auf die Entwicklung des Blue-Chip-Titels Autostrade: „Ein Wert mit begrenztem Risiko“, meint etwa Giovanni Cherubini von der Banca Akros. Der konsolidierte Nettogewinn 2002 der Autostrade betrug 528 Mill. Euro.

Erst vor einem Monat, am 19. September, endete das Übernahmeangebot der Benettons. Über die Zwischenholding NewCo28 hatte die Familie gemeinsam mit ihren Part-nern Generali, Unicredito, Cassa di Risparmio di Torino sowie den spanischen und portugiesischen Autobahn-Betreibern Acesa und Brisa für den Preis von 10 Euro pro Aktie ihre Autostrada-Anteile von 30% auf 84% aufgestockt und besitzt nun 645,8 Mill. Aktien.

Autostrade Spa ist in Italien und auch europaweit der größte Besitzer von mautpflichtigen Autobahnen. Von dem 6460 Kilometer langen italienischen Netz gehören Autostrade 3408 Kilometer, darunter die einzigen beiden durchgehenden Nord-Süd-Verbindungen, die 803 Kilometer lange Autobahn Mailand-Neapel.

„Am Börsenplatz Mailand besteht großes Interesse an der Autostrade-Aktie“, sagt Filippo Facenda von der Banca Leonardo, „ es ist ein reifes Business, von dem das neue Management den Staub entfernt hat“. UBS Warburg hat erst vor ein paar Tagen ein Upgrading von „neutral“ auf „kaufen“ vorgenommen.

Mit Spannung schaut die Finanzwelt jetzt nach Rom auf die zuständige Regierungsstelle. „Wir warten auf die seit Monaten ausstehende Entscheidung, ob die Mautgebühren erhöht werden“, sagt Giovanni Cherubini von Banca Akros. Die Regierung lasse sich Zeit, weil höhere Mautgebühren negative Auswirkungen auf die ohnehin hohe Inflation in Italien haben könnten, heißt es in der Hauptstadt.



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