Unternehmen ist oft in den Medien präsent
Nike-Aktie zählt zu den ersten Olympiagewinnern

Der weltgrößte Sportbekleidungshersteller Nike ist erneut den Prognosen der Wall Street davon gesprintet. Eine große Mehrheit der Analysten ist vom US-Sportbekleidungshersteller begeistert.

HB HOUSTON. Im gerade abgelaufenen Quartal steigerte Nike den Nettogewinn um fast 25 Prozent auf rund 300 Mill. Dollar oder 1,13 Dollar pro Aktie – fünf Cent mehr als die Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Dabei erzielte Nike in Europa und Afrika ein Umsatzwachstum von insgesamt 16 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar und in Asien ein Plus von 25 Prozent auf 450 Mill. Dollar. Wichtigster Markt bleiben die USA mit einem Umsatz von 1,3 Mrd. Dollar, sechs Prozent mehr als zuvor.

„Nike schafft es immer wieder, unsere Prognosen zu übertreffen“, lobt Virginia Genereux von der Investmentbank Merrill Lynch, die ihr Kursziel für die Aktie auf 85 Dollar erhöhte. Vom aktuellen Niveau aus würde dies einen Zuwachs von mehr als zehn Prozent bedeuten – und das, obwohl die Titel bereits in den Tagen seit der Bilanzlegung einige Prozent gewonnen haben und mit rund 75,60 Dollar nur noch knapp unterhalb der Jahresbestwerte von März notieren. Seit dem Zwölfmonatstief im vergangenen August hat der Kurs damit mehr als 50 Prozent zugelegt.

Gleich mehrere Faktoren trugen zur guten jüngsten Quartalsbilanz bei, sagen die Experten. Nikes verbesserte Marketingstrategie und Expansion auf internationalen Märkten hatten daran offenbar ebenso einen Anteil wie die stärkere US-Wirtschaft. Auch Probleme mit Arbeitsrechtsfragen, die dem Konzern in der Vergangenheit negative Presseberichte beschert hatten, blieben in diesem Quartal größtenteils aus.

Außerdem sind zurzeit eine ganze Reihe von Sportlern mit Nike-Sponsorenverträgen in den Medien präsent, darunter einige Athleten der olympischen Spiele in Athen, Basketballstars wie LeBron James etwa, Golfer Tiger Woods und Radsportler Lance Armstrong. „Es sieht so aus, als ob die Sterne für Nike im Moment einfach goldrichtig stehen“, sagte Analyst Mitch Kummetz vom Bankhaus D.A. Davidson der Presseagentur ap.

Und das auch auf internationaler Ebene: Abgesehen von den positiven Wechselkurs-Effekten durch den schwachen Dollar stieg auch die Zahl der neuen Aufträge global deutlich an. Rund zehn Prozent mehr Bestellungen gingen sowohl in Europa als auch auf dem US-Markt ein, und in Asien wuchs die Auftragslage sogar um 20 Prozent. „Der Nutzen durch lukrative Wechselkurse wird in der kommenden Zeit voraussichtlich nachlassen, aber in Osteuropa und Asien bieten sich weiterhin eine Reihe von Chancen“, sagt Jeffrey Edelman von UBS Investment Research. „Unter dem Strich sollte Nike in der Lage sein, in 2005 seine Wachstumsziele beim Umsatz im oberen einstelligen Bereich zu erfüllen.“

Die große Mehrheit der Analysten bewertet die Nike-Titel zurzeit positiv: Von 15 Anlageurteilen raten nur zwei zum Halten und 13 zum Kauf, errechnet die Finanzagentur Thomson First Call. Dass der Aktie in den kommenden Monaten die Luft ausgeht, ist angesichts der Werbeeffekte von Sportveranstaltungen wie der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen in Athen kaum zu erwarten, sagen die Analysten.

Bereits jetzt holen die Amerikaner auf traditionellen Adidas-Territorien mächtig auf, sagt Virginia Genereux: „Auf den fünf größten europäischen Märkten liegt Nikes Geschäftsanteil schon jetzt vor dem von Adidas.“ Und ihr Kollege Jeffrey Edelman fügt hinzu: „In Europa hat Adidas den Heimvorteil – aber ein verstärktes Interesse an Sportereignissen könnte auch für Nikes Geschäft von Nutzen sein.“

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