US-Aktien
„Mitten im Bullenmarkt“

Aktien amerikanischer Unternehmen genießen derzeit einen guten Ruf. Solide, vergleichsweise sicher, mit Potenzial. Manch Investor rechnet gar damit, dass die Kurse bis zum Jahresende nochmal kräftig zulegen.
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FrankfurtDer US-Aktienmarkt zählt zu den attraktivsten der Welt. Zwar erwarten große Investoren wie Fondsmanager nicht, dass die Kurse der Dividendentitel von US-Unternehmen im voraussichtlich turbulenten Börsenherbst in die Höhe springen. Aber zumindest zeigt sich der größte Aktienmarkt der Welt im Vergleich zu anderen vergleichsweise robust. Die Kurse vieler Titel gelten als moderat. Damit bietet der Markt mehr Sicherheit als andere Regionen. Laszlo Birinyi, Präsident von Birinyi Associates, rechnet sogar mit deutlich steigenden Kursen bis zum Jahresende. Man befände sich mitten im Bullenmarkt, sagte der Experte.

Und Investoren hoffen, dass es Dividendenwerte auch beflügeln könnte, wenn US-Notenbank-Chef Ben Bernanke am Freitag auf seiner mit Spannung erwarteten Rede die relativ stabile US-Wirtschaft lobt, statt geldpolitische Unterstützung anzudeuten. Es ist vor allem eine Frage der Alternativen: US-Aktien gelten für viele Experten aktuell als die relativ besten. „Schwellenländeraktien sind vielfach bereits teuer“, findet etwa Florian Esterer, Fondsmanager von der Frankfurter Fondsboutique Mainfirst. Europäische Werte seien zwar günstig, aber solange die Unsicherheit über die Zukunft der Euro-Zone anhält, überwiegen dort für ihn die Risiken. US-Aktien böten im Vergleich ein sichereres Terrain. Große Investoren wie Vermögensverwalter gewichten US-Werte mit am stärksten in den Depots ihrer Kunden, wie Umfragen ergeben.

James Swanson, Chef-Anlagestratege vom US-Fondshaus MFS, etwa bevorzugt US-Aktien vor allem wegen der relativ günstigen Arbeitskosten in den USA. „Das unterstützt das Gewinnwachstum der Firmen in den nächsten Jahren“, sagt er. Die Firmen hätten relativ gute Quartalsergebnisse vorgelegt – fünf bis sechs Prozent Gewinnzuwachs gestehen Analysten den Firmen aus dem breiten S&P 500 Index auch im schwachen Jahr 2012 zu. Für das kommende Jahr erwarten sie bereits wieder gut das Doppelte.

Historisch betrachtet hält Swanson US-Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen für 2013 von rund 13 für attraktiv und vor allem im Vergleich zu Anleihen „vernünftig bewertet“. Zum Vergleich: Die Titel im Weltaktienindex MSCI World sind mit einem KGV von zwölf im Mittel nur wenig günstiger, europäische Werte liegen bei einem KGV von gut zehn.

Wie rasch sich diese Stärke allerdings in Kursgewinne umwandeln kann, bleibt abzuwarten. Analysten halten es für wahrscheinlich, dass der breite S&P-Index für die 500 wichtigsten US-Unternehmen in diesem Jahr auf der Stelle tritt – auch in den USA lauern Risiken für die Börsen. Über die Folgen des Ausgangs der US-Präsidentschaftswahl im November wird heiß spekuliert. Die Politiker des US-Kongresses, der Legislative, müssen in diesem Jahr noch Steuersenkungen verlängern und über Ausgabenkürzungen entscheiden. Falls das misslingt, treten zwecks Schuldenabbaus 2013 Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von 600 Milliarden US-Dollar in Kraft. Viele wie MFS-Mann Swanson sehen aber „Raum für Kompromisse“, was Firmengewinne und Aktienkurse im Idealfall wenig beeinträchtigte.

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