US-Berichtssaison läuft aus: Dax-Ausblick: Premiere ein Eisbrecher?

US-Berichtssaison läuft aus
Dax-Ausblick: Premiere ein Eisbrecher?

Der Dax wird nach Einschätzung der Analysten eine ruhige Woche erleben – die Anleger sind optimistisch genug, um keine Abstürze befürchten zu lassen, aber die Stimmung ist zu gedämpft für Höhenflüge. Nach der Jahresbilanz von BASF am Mittwoch erwarten die Analysten steigende Kurse. VW, Adidas und Eon legen ebenfalls Zahlen vor, gelten aber als berechenbar. Der Börsenstart von Premiere - ebenfalls am Mittwoch - könnte das Eis für künftige Emissionen brechen.

HB DÜSSELDORF. Nachdem die Börse den Anstieg des Ölpreises auf über 53 Euro pro Fass ohne große Kursverluste überstanden hat, gehen die Anleger optimistisch in die neue Woche. Am Freitag trieb die Nachricht von 262 000 neu geschaffenen Stellen in den USA den Kurs des Deutschen Aktienindex (Dax) auf ein Rekordhoch. Die Händler erwarten jedoch, dass der Index die Gewinne über 4400 Punkten zunächst wieder abgibt.

Der Markt befinde sich aber in robuster Verfassung, sagt Trudbert Merkel, Leiter Deutsche Aktien bei der Deka-Investment. „Die guten Unternehmensergebnisse zum vierten Quartal geben ihm eine innere Stärke, wozu insbesonder auch der konstruktive Ausblick beiträgt.“

Merkel hält ein Ausbrechen des Marktes nach oben für wahrscheinlicher als ein Absacken der Kurse. Dafür spreche auch, dass zurzeit auf dem Optionsscheinmarkt mehr Verkaufsoptionen als Kaufoptionen platziert werden: „Der Markt zeigt einen gesunden Pessimismus, die Teilnehmer haben sich abgesichert.“ In dem insgesamt positiven Aktienumfeld rät er dazu, investiert zu bleiben.

Andreas Wex, Marktstratege Europa bei der Dresdner Bank, sieht dagegen keine starken Triebkräfte hinter dem Markt. „Wir befinden uns in einer Konsolidierungsphase, welches das kurzfristige fundamentale Umfeld ausreichend widerspiegelt.“

Aus den USA seien keine nennenswerten Einflüsse zu erwarten, da die Quartalsberichtssaison weitgehend ausgelaufen ist. Auch auf dem volkswirtschaftlichen Kalender stehen keine für den Markt wichtigen Termine. Einziger Höhepunkt seien die Infos von Intel zur Quartalsmitte, das sogenannte „Mid-Quarter Update“.

Zusammen mit Neuigkeiten von der beginnenden Cebit könnten die Intel-News die Kurse von Technologie-Aktien bewegen. Die Branche erwartet von der Leitmesse der Computerwelt zahlreiche zugkräftige Neuerungen.

Chemiewerten haben Höhepunkt noch nicht erreicht

In Deutschland bleibe die Chemiebranche für den Anleger interessant, sagt Wex. „Top pick“ der nächsten Woche sei hier die BASF, die bei am Mittwoch aller Wahrscheinlichkeit nach hervorragende Zahlen vorlegen werde. Ein schneller Anstieg des Ölpreises könnte jedoch kurzfristig dämpfend wirken.

Auch Analyst Merkel von der Deka Investment erwartet von der BASF ein „bärenstarkes Quartalsergebnis“. Ein Teil der guten Zahlen sei bereits im Kursanstieg enthalten,doch der Markt unterschätze die Stärke und die Dauer des derzeitigen Konjunkturzyklusses in der Chemieindustrie. Damit hätten Chemie-Werte Luft nach oben.

Die Aktien der Versorger hält Dresdner-Analyst Wex für relativ ausgereizt: Wegen der vergleichsweise hohen Verschuldung der Branche gehören Versorger in Zeiten steigender Zinsen traditionell zu den Verlierern. Zudem haben die Anleger hier auf der Suche nach dividendenstarken, soliden Werten in den letzten Wochen stark zugegriffen. Wex bewertet die Branche als „neutral“.

Lesen Sie auf Seite 2: Mehr Dividende bei Eon und ein wahrscheinlich erfolgreicher Börsengang von Premiere

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