US-Börse BATS
Pleiten, Pech und Pannen bei Börsendebüt

Die Aktie der drittgrößten US-Börse BATS Global Markets hat zum Börsendebüt einen schwarzen Tag erlebt. Neben Kursverlusten sorgten vor allem technische Probleme und ein negativer Medienbericht für Unruhe.
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New YorkDie drittgrößte US-Handelsplattform BATS Global Markets hat mit einem von Pannen begleiteten Börsendebüt die Investoren enttäuscht. Ein Kurseinbruch und Systemprobleme am ersten Handelstag machten dem Unternehmen zu schaffen. Die Bats-Aktie, die erstmals an der eigenen Plattform Bats Exchange notierte, fiel am Freitag um 4,7 Prozent auf 15,25 Dollar. Bei diesem Kurs kommt Bats auf eine Marktbewertung von 726 Millionen Dollar. Wegen technischer Schwierigkeiten mussten zudem diverse Transaktionen storniert werden. Der Handel mit den Bats-Anteilsscheinen wurde daraufhin gestoppt. Ein negativer Medienbericht über Untersuchungen der US-Börsenaufsicht, die auch Bats betreffen, kam bei den Anlegern ebenfalls nicht gut an.

Die Bats wollte ihr Heil im Börsengang suchen, um sich im immer schärferen Wettbewerb der Handelsplätze besser behaupten zu können. Der Ausgabepreis lag bei nur 16 Dollar und damit am unteren Ende der Preisspanne. Weltweit stehen Handelsplattformen unter Druck, sich wegen sinkender Preise neue Geldquellen zu erschließen. Viele streben danach, sich mit Hilfe von Übernahmen oder Fusionen fit für die Zukunft zu machen. Das gelingt nicht immer: Der geplante Zusammenschluss von Deutscher Börse und Nyse Euronext scheiterte am Nein der EU-Kommission.

Auch die in Kansas ansässige Bats folgt der Strategie, sich durch den Kauf kleinerer Rivalen zu stärken und breiter aufzustellen. Im November genehmigten die britischen Behörden die Übernahme von Wettbewerber Chi-X Europe für 300 Millionen Dollar.

Dem Börsenprospekt zufolge hatte Bats im vergangenen Jahr einen Anteil von 11,3 Prozent am US-Aktienhandel und war mit einer Beteiligung von 3,1 Prozent am Optionsmarkt präsent. Bei dem IPO werden demnach alle Aktien von Anteilseignern verkauft. Dem Unternehmen fließen keine Einnahmen zu.

Die vom 45-jährigen Joe Ratterman geführte Bats wurde 2005 von Großbanken als Alternative zu den etablierten Börsen wie Nyse und Nasdaq gegründet. Alternative Plattformen wie Bats haben den etablierten Börsenbetreibern in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile im Aktienhandel abgenommen. Erst im vergangenen Sommer hatte die US-Börsenaufsicht SEC Bats genehmigt, Emissionen abzuwickeln. Zuvor war das Geschäft auf den Handel mit Aktien beschränkt gewesen.

Die SEC nimmt unterdessen einem Zeitungsbericht zufolge auf den Hochfrequenzhandel spezialisierte Firmen unter die Lupe. Geprüft werde, ob sich die Unternehmen durch ihre engen Beziehungen zu Börsen unfaire Vorteile verschafften, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Im Blick habe die SEC insbesondere computergesteuerte Handelsplattformen wie Bats Global Markets.

Hintergrund der Prüfung ist dem Blatt zufolge ein Vorfall aus dem Mai 2010, der als „Flash Crash“ in die Börsengeschichte einging. Damals brach der US-Leitindex S&P 500 innerhalb weniger Sekunden um fast zehn Prozent ein, um sich kurz darauf schnell wieder zu erholen. Als Grund dafür haben Experten den extrem schnellen Kauf und Verkauf von Wertpapieren über Computer ohne menschliches Zutun ausgemacht. Im Hochfrequenzhandel werden Orders in Sekundenbruchteilen über die Bühne gebracht. Ziel ist es, aus kurzzeitigen Preisunterschieden Gewinn zu schlagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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