US-Börsenausblick
„Gustav“ sorgt für Unruhe bei US-Anlegern

Der inzwischen zum Hurrikan herangewachsene Wirbelsturm „Gustav“ könnte auch die Kurse an der Wall Street purzeln lassen. Die größte Angst der Marktteilnehmer: Förderausfälle im Golf von Mexiko. Ein Ausblick auf die neue Handelswoche an den US-Börsen.

HB NEW YORK. Hurrikan „Gustav“ könnte in der kommenden Woche an der Wall Street für Unruhe sorgen. Anleger befürchten, dass der Sturm, der auf seinem Weg durch die Karibik Richtung US-Festland an Stärke gewonnen hat, Förderausfälle bei Öl und Gas im Golf von Mexiko zur Folge haben könnte. Das würde den Ölpreis weiter in die Höhe treiben, bei Investoren die Sorge über die wirtschaftliche Entwicklung schüren und damit die Märkte belasten. „Gustav wird den Markt in die eine oder andere Richtung bewegen“, sagte Analyst John Praveen von Prudential International Investments Advisers. Sollte er sich abschwächen, wäre das eine enorme Erleichterung für den Ölpreis. Wegen eines Feiertages bleibt die Wall Street am Montag geschlossen.

Neben dem Ölpreis dürften auch einige Konjunkturdaten, die anhaltenden Auswirkungen der Kreditmarktkrise und der US-Präsidentschaftswahlkampf der Wall Street wechselhafte Tage bescheren. Die deutliche Erholung der US-Wirtschaft im Frühjahrsquartal hatte in der vergangenen Woche teilweise für Optimismus gesorgt. „Wenn man sich das BIP anschaut, könnte man meinen, dass es der Wirtschaft gutgeht“, sagte Hugh Johnson, von Johnson Illington Advisor. „Wenn man aber einzelne Komponenten wie Erwerbstätige, Industrieproduktion oder Einkommen näher betrachtet, sieht die Wirtschaft eher schwach als solide aus.“

Besonderes Augenmerk der Anleger dürfte in der kommenden Woche auf den Arbeitsmarktdaten und der Veröffentlichung des Konjunkturberichts „Beige Book“ der US-Notenbank liegen. Investoren warten auch auf Daten zu den Einzelhandelsumsätzen, von denen sie sich erste Trendhinweise zu dem wichtigen Weihnachtsgeschäft erwarten. „Die Märkte sind extrem volatil und reagieren relativ stark auf Konjunkturnachrichten“, sagte Praveen. Alle Daten hätten somit die Kraft, den Markt zu bewegen.

Auch wenn der Präsidentschaftswahlkampf nicht direkt im Fokus der Börsen liegt, achten Marktteilnehmer dennoch auf den Parteitag der Republikaner nächste Woche und halten Ausschau nach Aussagen über die langfristige Marktentwicklung. Die Börsen seien weder von dem demokratischen Kandidaten Barack Obama noch vom Republikaner John McCain angetan, sagte George Schwartz von Schwartz Investment Counsil. McCains Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, Sarah Palin, könnte jedoch zu einem Vorteil der Republikaner werden - vor allem, wenn sich das Team für mehr Ölbohrungen ausspreche. „Die Aussicht auf Nachschub könnte Spekulanten zum Rückzug bewegen“, sagte Schwartz.

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