US-Finanzinvestor Fortress
Gagfah strebt in den MDax

Der amerikanische Finanzinvestor Fortress will zwischen 20 und 25 Prozent seiner Wohnimmobilien-Gruppe Gagfah im Oktober an die Börse bringen. Der Börsengang könnte zum größten des Jahres in Deutschland werden.

FRANKFURT. Fortress peile einen Emissionserlös zwischen 1,0 Mrd. und 1,5 Mrd. Euro an, verlautete am Donnerstag aus Frankfurter Finanzkreisen. Fortress selbst wollte keine Stellungnahme dazu abgeben. Der Börsengang könnte zum größten des Jahres in Deutschland werden. Bisher war das Debüt von Wacker-Chemie mit 1,2 Mrd. Euro die wichtigste Emission. Über eine Holding mit Sitz in Luxemburg werde eine Notierung sowohl im Großherzogtum als auch im deutschen Aktienindex MDax angestrebt, hieß es weiter. Fortress hat in den vergangenen Jahren die kommunalen Wohnungsbestände der Gesellschaften Gagfah, Nileg und Woba gekauft. Aktuell besitzt Fortress rund 150  000 Wohnungen.

Zugute kommt Gagfah dabei der Trend, dass Immobilien-Aktien derzeit bei Investoren stark gefragt sind. Vor allem ausländische Großanleger haben wegen der günstigen Bewertung und hoher Wachstumschancen den Markt entdeckt. Zudem beflügelt die Diskussion um die Einführung der so genannten Reits in Deutschland. Reits sind steuerbegünstigte Immobilienaktiengesellschaften.

Die größten Emissionen der Branche im laufenden Jahr, Patrizia Immobilien und DIC Asset, haben sich trotz des anschließenden Kursrutsches an der Börse gut entwickelt. Die zu 18,50 Euro ausgegebene Patrizia-Aktie kostete gestern 20 Euro. DIC Asset notiert nur leicht unter dem Ausgabepreis.

Bei der Börseneinführung werde darauf hingewiesen, dass die Gagfah keinen Verkauf der Wohnungen im Rahmen von Privatisierungen anstrebt, sondern auf steigende Mieten und niedrigere Leerstände setzt, sagte ein Branchenexperte. In Zukunft werde die Gagfah ihre Zukäufe aus Kapitalerhöhungen bestreiten und nicht mehr aus dem Eigenkapital von Fortress. Der Anteil der Finanzinvestoren werde dadurch in den kommenden Jahren verwässert. Die Anleger könnten bei der Aktie eine stetige Dividendenrendite erwarten. Durch Modernisierungen soll der Unternehmenswert, der jetzt auf rund neun Mrd. Euro taxiert wird, steigen.

Fortress verwaltet weltweit rund 22 Mrd. Dollar institutioneller Anlagegelder, etwa die Hälfte davon in Private-Equity-Fonds. Die Gewerbe-Immobilien hat der Finanzinvestor schon mit Eurocastle an die Londoner Börse gebracht.

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