US-Gerichtsverfahren
Klage abgewiesen - Porsche-Aktie rast davon

Die Entscheidung klang sperrig: Aus formalen Gründen können Hedgefonds vor einem New Yorker Gericht keinen Schadenersatz gegen Porsche geltend machen. Für die Anleger ist die Meldung aber Musik in den Ohren.
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FrankfurtDie Aktie der Porsche Automobil Holding SE ist auf den höchsten Wert seit beinahe zwei Jahren gestiegen. Zuvor hatte ein US-Berufungsgericht entschieden, dass New York nicht der richtige Ort für Hedgefonds sei, um den deutschen Autobauer bezüglich seiner Strategie bei der geplanten Übernahme der Volkswagen AG zu verklagen, und die Klage abgewiesen.

Es gebe eine „unzureichende Verbindung“ zwischen New York und den Vorkommnissen in dem Fall, da lediglich E-Mails und Telefongespräche vor Ort stattgefunden hätten, wie das Berufungsgericht am späten Donnerstag entschied. Die Porsche- Aktie gewann daraufhin in Frankfurt bis zu 7,4 Prozent auf 62,37 Euro, der höchste Wert sei 19. Januar 2011.

Porsche hatte sich im November an das Berufungsgericht gewandt, nachdem ein anderes Gericht den Antrag auf Abweisung der Klage von 26 Hedgefonds aus dem Jahr 2011 abgewiesen hatte. Unter den Klägern befindet sich auch Greenlight Capital Inc., der Fonds von David Einhorn.

Die Hedgefonds hatten darauf gewettet, dass der Kurs von Volkswagen fallen würde. Sie warfen Porsche vor, Investoren in die Irre geführt zu haben, da der Sportwagenhersteller einen Großteil des Jahres 2008 betont hatte, nicht die Übernahme von VW anzustreben. Stattdessen seien jedoch manipulative Transaktionen durchgeführt und die Aktienpositionen verborgen worden.

Die Kläger forderten mehr als 1 Mrd. Dollar Schadensersatz. Gegen Porsche laufen in dem Fall auch Klagen in Europa.

„Wir stellen fest, dass diese Verbindungen keine wichtige Verknüpfung mit New York herstellen, nachdem die zugrundeliegenden Transaktionen ansonsten ausschließlich in einem anderen Rechtsraum stattgefunden haben“, heißt es in der Begründung des Berufungsgerichts.

„Dies ist ein wichtiger Sieg für Porsche. Das Berufungsgericht hat eindeutig entschieden, dass der Fall nicht vor ein Gericht des Staates New York gehört“, sagte Robert Giuffra, ein Anwalt für Porsche bei der Kanzlei Sullivan & Cromwell LLP, in einer Stellungnahme. James B. Heaton, ein Anwalt der Kläger, wollte zu der Entscheidung nicht Stellung beziehen.

Um 10.50 Uhr war die Aktie 6,3 Prozent im Plus, womit der Sportwagenhersteller auf eine Marktkapitalisierung von 18,9 Mrd. Euro kommt. Das Handelsvolumen betrug zu diesem Zeitpunkt 183 Prozent des Tagesdurchschnitts der vergangenen drei Monate.

 
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Greife nie in ein fallendes Messer! Genau das haben die Amis aber gemacht mit dem shorten der VW-Aktie. Sie haben übersehen, daß der Markt immer enger werden MUSSTE, da der free float rapide abnahm. Wer einen solchen Poker spielt, muß eben auch die Folgen tragen, wenn es schief läuft.
    Eigentlich muß man sagen, geschieht ihnen gerade recht.
    Und wie es jetzt aussieht, stehen sie wieder auf dem falschen Fuß, da sie auf Prozessgewinn gesetzt haben und Porsche geshortet haben.
    Das ganze ist ein Lehrstück über die Tücken und Gesetze der Börse. Das ist nie und nimmer justiziabel, da hilft nur, sich an den eigenen Ohren zu nehmen.

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