US-Handelskonzern
Analysten mögen Wal-Mart

Wal-Mart kommt nicht zur Ruhe. Kaum hatte die Chefetage Anfang Juni ein riesiges Sparprogramm über 1,5 Mrd. Dollar angekündigt und damit die Börse zunächst überzeugt, rollt wieder eine Welle schlechter Nachrichten an.

STUTTGART. Steigende Verluste durch Ladendiebstahl machen Wal-Mart zu schaffen, genau wie die millionenschwere Geldstrafe wegen Diskriminierung einer Mitarbeiterin. Trotzdem erwarten die Analysten in den kommenden Quartalen Großes vom weltgrößten Einzelhändler: Bei den Anlegern habe sich „ein großer Nachholbedarf angestaut“, urteilt Charles Grom von JP Morgan.

Grom setzte vor kurzem sein Anlageurteil von neutral auf übergewichten hoch und schließt sich somit der Mehrzahl seiner Kollegen an. 18 von 24 Banken raten derzeit zum Kauf der Aktien, davon sogar zehn zum starken Kauf. Als positiv bewerten sie Wal-Marts Entscheidung, die aggressive Expansion der vergangenen Jahre zu drosseln und künftig weniger neue Läden in den USA zu eröffnen.

„Wal-Mart hat bisher nur auf sich bietende Gelegenheiten reagiert, ohne dabei eine langfristige Strategie in der Schublade zu haben“, sagte HSBC-Analyst Mark Husson. Jetzt liefere Wal-Mart dagegen „endlich die Neuigkeiten, auf die die frustrierten Wal-Mart-Investoren schon seit einem Jahr gewartet hat“, sagt Adrianne Shapira von der US-Bank Goldman Sachs. Auch Gregory Melich von Morgan Stanley hält diesen Schritt für längst überfällig: „Wal-Marts Slogan heißt schließlich ‚Immer niedrige Preise’ und nicht ‚Immer größer’.“

Immerhin ist die Zahl der Filialen bereits jetzt riesig, und rund 84 Prozent aller US-Einzelhandelskunden kaufen regelmäßig bei Wal-Mart ein.

Dabei würde es Wal-Mart nach Ansicht vieler Analysten helfen, das wachsende Problem des Ladendiebstahls in den Griff zu bekommen – der branchenintern mit dem Begriff „Schrumpfung“ verniedlicht wird. Einzelhandelsexperten schätzen, dass der Branchenriese in diesem Jahr einen Verlust von etwa drei Mrd. Dollar erleidet, weil Angestellte, Kunden und Lieferanten sich einfach an den Regalen bedienen, ohne zu bezahlen. Seit dem vergangenen Jahr verfolgt Wal-Mart eine laxere Anzeigenpolitik, die es den Ladendieben noch einfacher macht als bisher: Belangt wird nur, wer zwischen 18 und 65 Jahren alt ist und Waren im Wert von mindestens 25 Dollar mitgehen lassen wollte.

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