US-Mischkonzern 3M
Merkzettel für Anleger

Nach einem Durchhänger zur Jahresmitte ist der US-Klebefilmproduzent Minnesota Mining & Manufacturing Company (3M) jetzt wieder auf dem richtigen Kurs, sagen Analysten. Die berühmtesten Produkte der Firma sind Post-it-Notizzettel und Scotch Tape, das US-Pendant zu Tesa-Film. Doch das große Geld macht 3M in diesen Tagen anderswo.

HOUSTON. Eine der wichtigsten Einnahmequellen sind Beschichtungsfilm für LCD-Flachbildschirme, Handy-Displays und Computermonitore. Mit eben dieser Sparte hatte der Konzern im Sommer Anlegervertrauen verloren. Denn die Fußball-WM hatte die Nachfrage bei neuen Flachbildschirmen nicht so stark angekurbelt wie Experten vorhergesagt hatten. Die gesamte Branche blieb auf ihrem Inventar sitzen, und 3M enttäuschte mit einer verpassten Gewinnprognose.

Doch seitdem hat sich der Absatz gebessert. Er sollte in den kommenden Quartalen und insbesondere vor Weihnachten einen zusätzlichen Schub erhalten, erwartet Analyst Jack Kelly von Goldman Sachs. Zwar seien die Preise für optische Beschichtungsfilme auf dem Markt nach unten gegangen, aber die Sparte sei „immer noch ein fantastisches Geschäft“ für 3M, erklärte Finanzchef Pat Campbell.

„Die Aussichten für LCD-Fernseher sind ermutigend, und in Verbindung mit dem günstigen Kurs im Moment bietet 3M ein attraktives Verhältnis von Chance und Risiko“, sagt auch John McNulty von Credit Suisse. Er erwartet von der Aktie im kommenden Jahr einen Preissprung von mehr als zehn Prozent.

Bereits jetzt haben die 3M-Investoren in kurzer Zeit einen hübschen Verdienst gemacht. Noch Ende Juli lag der Kurs auf einem Jahrestief bei 67 Dollar und verbesserte sich dann in vier Monaten um fast 20 Prozent. Aktuell kosten 3M-Papiere rund 79 Dollar und sollten „in der nächsten Zeit auf etwas über 80 Dollar klettern“, sagt Nicholas Heymann. Als mittelfristiges Kursziel hat er 92 Dollar errechnet.

Zuletzt meldete 3M Mitte Oktober einen Quartalsgewinn von 1,18 Dollar pro Aktie nach 1,08 Dollar im Vorjahr. „Ein solches Quartal allein ist noch kein Trend, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt John McNulty. „So lässt sich auch die Glaubwürdigkeit der Chefetage wiederherstellen, die sie durch die schlechten Ergebnisse im zweiten Quartal verloren hat.“

Zudem verzeichneten fast alle Geschäftsbereiche steigende Gewinne. „Die Design- und Grafik-sparte mit ihren Beschichtungsfilmen hat sich wieder schön erholt, aber was ebenso wichtig ist: Andere Sparten waren genauso gut dabei und haben das Ergebnis mit vorangetrieben“, sagt Stephen Tusa von JP Morgan.

Den niedrigen Aktienkurs im zweiten Quartal nutzte der Konzern aus, um ein riesiges Aktien-Rückkaufprogramm abzuwickeln. Mehr als eine Mrd. Dollar gab die Chefetage in wenigen Monaten für eigene Aktien aus. Auch sonst ist 3M zurzeit in Einkaufsstimmung: Mitte Oktober brachte die Firma die Übernahme des privaten Technohauses Brontes unter Dach und Fach. Das Unternehmen aus Massachusetts ist auf digitale 3D-Aufnahmen von Gebissen spezialisiert und passt damit gut zu dem wachsenden Angebot in 3Ms Gesundheitsbereich.

Was Anleger allerdings im Auge behalten sollten, ist die angespannte wirtschaftliche Lage in Europa und den USA, rät Nicholas Heymann. „Die Verbrauchermärkte sind in den vergangenen Monaten nachteilig beeinflusst worden von steigenden Zinssätzen und höheren Energie- und Benzinpreisen“, sagt Heymann – was sich auf das verfügbare Einkommen der Kunden auswirkt. Luxusgüter wie LCD-Fernseher könnten darunter leiden, das Geschäft mit Post-Its und Klebeband sollte jedoch stabil bleiben.

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