US-Mischkonzern
Honeywell-Aktie gilt als attraktiv

Der amerikanische Mischkonzern profitiert von der guten Auftragslage im Flugzeugbau. Aktienanalysten raten zum Einstieg.

HOUSTON. Während der Aktienkurs des europäischen Flugzeugbauers EADS seit Monaten auf dem Sinkflug ist, präsentiert sich der US-Konkurrent Honeywell auffallend widerstandsfähig. Honeywell ist ein großer Zulieferer der Flugzeugbauer und auch im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft aktiv. Mehr als 16 Prozent hat der Kurs seit Ende Juli zugelegt, und erst vergangene Woche stuften die Analysten von Merrill Lynch das Kursziel auf 51 Dollar hoch. Das wäre ein weiterer Kurssprung von 25 Prozent. Ihre Begründung lautet: Die Aktie sei eine der besten Anlagemöglichkeiten im produzierenden Gewerbe.

Auch der Internet-Finanzdienst TradingMarkets.com stuft Honeywell im Vergleich zu Wettbewerbern als überaus attraktiv ein. Analyst Nigel Coe von der Deutschen Bank errechnet als fairen Preis 46 Dollar und nennt den aktuellen Kurs bei rund 42 Dollar „einen verlockenden Punkt zum Einsteigen“. Insgesamt raten 15 von 22 Banken zum Kauf der Aktie, sechs zum Halten und nur eine zum Verkauf. Als positiv bewerten viele Experten, dass Honeywells Kurs weiter über der psychologisch wichtigen Marke von 40 Dollar liegt, nachdem die Aktie im April mit knapp 44,50 Dollar zwischenzeitlich ein Jahreshoch erreicht hatte.

Der neue Verteidigungshaushalt, den die US-Regierung im September vorlegte, verheißt ebenfalls gute Geschäfte für die Firma aus New Jersey. Rund 450 Mrd. Dollar wollen die Vereinigten Staaten im Geschäftsjahr 2007 für das Militär ausgeben – eine beachtliche Summe, die allerdings geringer ausfällt als in den Vorjahren und 2008 sogar weiter schrumpfen könnte. Doch für das so genannte „Future Combat System“, das Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge und leichtere Panzer vernetzen soll, sind weitere 3,5 Mrd. Dollar vorgesehen. Neben Honeywell sind daran auch die Rüstungskonzerne Lockheed Martin und Boeing beteiligt.

In diesem Jahr profitierte Honeywell vor allem von der guten Auftragslage im Flugzeugbau und der großen Nachfrage bei Temperaturkontrollsystemen im Hausbau. „Die Luftfahrtsparte ist der Schlüssel sowohl für das langfristige Wachstumspotenzial als auch für die Durchschaubarkeit der Gewinne“, sagt Nigel Coe. „Deshalb müssen sich die Anleger hier sicher sein können, dass es keine ernsthaften strukturellen Probleme bei Honeywell gibt.“ Sein Kollege Nicholas Heymann von der Prudential Equity Group bemängelt: „Es scheint Honeywell zunehmend schwerer zu fallen, Wachstumsnischen zu finden.“

Heymann schätzt, dass das Unternehmen deshalb in den nächsten Quartalen auf die Übernahme kleinerer Konkurrenten zurückgreifen wird, um sein Wachstumspotenzial für 2007 zu vergrößern.

Ein großer Pluspunkt von Honeywell ist die Tatsache, dass der Konzern breit aufgestellt ist. Anders als EADS ist der Mischkonzern dadurch weniger von der Konjunktur einer einzelnen Branche abhängig. Die guten Nachrichten der vergangenen Wochen, die die Aktie wieder fast zurück auf die alten Jahreshochstände brachten, kamen denn auch aus der Chemie- und Ölbranche: Auf Grund der hohen Nachfrage vor allem aus Asien fährt Honeywell die Produktion von Nylon-Rohstoffen hoch, erklärte die Geschäftsleitung. Außerdem bekamen die Amerikaner den Zuschlag für einen Großauftrag aus Saudi-Arabien und werden im kommenden Jahr Sicherheitssteuerungen für petrochemische Anlagen in die Region liefern.

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