US-Modekette senkt überraschend ihre Gewinnprognose – Analysten stufen Titel zurück
Schwache Nachfrage belastet Gap-Aktie

Das Geschäft der US-Modekette Gap läuft alles andere als rund – das machen der Geschäftsleitung sowohl die Kunden als auch die Anleger deutlich. In den Filialen bleibt die Kleidung auf den Stangen hängen, der Umsatz liegt deutlich unter den Erwartungen.

HB HOUSTON. „Die Mode von Gap kommt bei den Kunden im Moment einfach nicht an“, sagt Analyst Mark Friedman von der US-Investmentbank Merrill Lynch, der sein Anlageurteil für die Aktie von „kaufen“ auf „neutral“ herabgesetzt hat. Seiner Ansicht nach gibt es kaum Hoffnung, dass die Designer von Gap dies in nächster Zeit ändern könnten. Auch Greg Fowlkes von Morgan Stanley sagt: „Das aktuelle Angebot in den Gap-Läden ist nicht gerade beeindruckend.“

Trotz einer soliden Quartalsbilanz und Einnahmezuwächsen von fast 40 Prozent gaben die Kalifornier Ende vergangener Woche eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr aus. Statt mindestens 1,44 Dollar pro Aktie werden die drei Ketten des Unternehmens – dazu zählen die Vorzeigemarke Gap, die Billigmarke Old Navy und die Qualitätsmarke Banana Republic – voraussichtlich nur noch rund 1,30 Dollar pro Aktie einnehmen. Die Konkurrenz hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Modeläden wie Abercrombie & Fitch und Hot Topic, deren Produkte vor allem bei Jugendlichen gefragt sind, enttäuschten die Erwartungen der Börsianer ebenfalls deutlich. Analysten begründen dies mit sinkender Kaufkraft – bedingt durch steigende Zinssätze, geringere Steuerersparnisse und extrem hohe Benzinpreise.

Um in den Regalen Platz für die Herbst- und Wintermode zu machen, versuchen nun viele Einzelhändler, die Kunden mit hohen Rabatten in die Geschäfte zu locken. Dass Gap mit seinen Sorgen im US-Einzelhandel nicht allein dasteht, beruhigt die Experten jedoch nicht.

„In den Einkaufszentren insgesamt ist wesentlich mehr los als in den Gap-Geschäften“, sagt Jeff Klinefelter von Piper Jaffray. In Verbindung mit einem unattraktiven Angebot könnte die schwache Nachfrage dem Unternehmen nachhaltig schaden, glaubt sein Kollege Mark Friedman: „Wenn man mal eine Saison lang danebenliegt, verzeiht das die Kundschaft. Bei der zweiten beginnt sie, sich Sorgen zu machen. Und wenn der Ausrutscher noch länger anhält, dann ist es schwer, die Kunden zurückzugewinnen.“

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