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US-Notenbank spielt mit dem Feuer

Die amerikanische Notenbank Fed spielt mit ihrer avisierten zusätzlichen Lockerung der Geldpolitik laut Unicredit ein gefährliches Spiel.

dpa-afx NEW YORK. Die amerikanische Notenbank Fed spielt mit ihrer avisierten zusätzlichen Lockerung der Geldpolitik laut Unicredit ein gefährliches Spiel. Dies gelte vor allem für die zuletzt diskutierte Möglichkeit, die Inflationserwartungen zu erhöhen um damit die Realzinsen noch weiter zu drücken, heißt es in einer Studie vom Freitag. Insgesamt sei es unwahrscheinlich, dass die Fed mit dieser Strategie Erfolg habe und die Konjunktur zusätzlich stützen könne. Im Gegenteil bestehe vielmehr das Risiko, dass die Inflationserwartungen aus dem Ruder laufen und damit die Renditen nicht fallen, sondern letztlich steigen.

Unicredit-Experte Harm Bandholz nennt gleich mehrere Einwände gegen die direkte Steuerung von Inflationserwartungen. Zunächst dürfte eine Erhöhung der Inflationserwartungen generell nicht einfach sein, da diese derzeit gut verankert und damit stabil seien. "Darüber hinaus sind wir skeptisch, dass die Kommunikation der Fed alleine ausreicht, um die Inflationserwartungen direkt zu beeinflussen." So hängen die Inflationserwartungen laut Barmholz sehr stark von den Energie- und Rohstoffpreisen ab, auf die die Fed keinen Einfluss hat. Realwirtschaftlich spreche zudem die starke Unterauslastung der Produktionskapazitäten für eine anhaltend niedrige Teuerung.

"Ein weiteres Problem ist, dass sich Inflationserwartungen sehr träge entwickeln", führt Barmholz weiter aus. Mit anderen Worten: Sollte die Fed trotz aller genannten Probleme mit ihrer Strategie Erfolg haben, könnte es schwierig werden, den Anstieg der Inflationserwartungen wieder zu stoppen. "Fed-Vertreter haben in den vergangenen Jahren immer wieder betont, wie wichtig gut verankerte Inflationserwartungen für eine erfolgreiche Geldpolitik sind", gibt Barmholz zu bedenken.

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