US-Pharmakonzern kämpft mit Problemen
Johnson-Prognose enttäuscht

Ein Gewinnplus von neun Prozent und übererfüllte Analystenprognosen - und doch ist der Markt zurzeit unzufrieden mit dem Konsum- und Pharmakonzern Johnson & Johnson. Um einige Prozent rutschte der Aktienkurs ab, nachdem die US-Firma ihre Quartalszahlen präsentiert hatte. Der Grund dafür ist die nach unten korrigierte Umsatzprognose für den Rest des Jahres, auch wenn die Unternehmenserwartung für den Gesamtjahresgewinn unverändert blieb.

STUTTGART. Denn zwei von Johnson & Johnsons wichtigsten Produkte machen dem Konzern zu schaffen: die beschichtete Gefäßprothese Cypher und Procrit/Eprex, ein Mittel gegen Blutarmut. Kritiker bemängelten außerdem, dass die Firma nur wegen der kürzlich von Pfizer übernommenen Konsumgütersparte so gut dagestanden habe. Ohne den Zukauf hätte das Umsatzplus unter vier Prozent gelegen.

Die Analysten glauben dennoch an das Potenzial der Aktie. Fünf von 18 Banken raten zum halten, 13 zum Kauf. Davon vergeben sogar sieben die Bestnote "Starker Kauf". "Johnson & Johnson hat immer noch das Zeug dazu, die Wall Street mit ihrem Gewinn zu überraschen", sagte Citigroup-Analyst Matthew Dodds der Agentur AP. Er erwartet außerdem eine "dramatische Wiederbeschleunigung bei den Pharmaumsätzen im zweiten Halbjahr 2009".

Doch zunächst verzeichnete eines von Johnsons Vorzeigeprodukten in den vergangenen Monaten einen deutlichen Absatzeinbruch: die so genannten beschichteten Gefäßprothesen, kurz: Stents. Diese winzigen Netzgerüste werden bei Patienten mit blockierten Arterien in die Blutbahnen eingesetzt und sollen so ein weiteres Verstopfen verhindern. Gleichzeitig geben sie Medikamente in kleinen Mengen direkt ins Blut ab.

Zuletzt häufte sich die Zahl der Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen den beschichteten Stents und seltenen, aber tödlichen Blutgerinnseln hindeuten. Im März veröffentlichte das "New England Journal of Medicine" neue Hinweise. Analysten erwarten, dass die Chirurgen deshalb wieder verstärkt auf unbeschichtete Stents zurückgreifen werden, die offenbar geringere Gefahren bergen - gleichzeitig aber auch weniger Gewinn für Johnson & Johnson einbringen. In den USA lag die Verkaufszahl für Johnsons "Cypher"-Stent im vergangenen Quartal etwa 40 Prozent niedriger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

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