US-Vermögensverwalter
Artio-Aktien geben gelungenen Einstand an US-Börse

Der bisher von der Schweizer Bank Julius Bär kontrollierte US-Vermögensverwalter Artio Global Investors hat in New York ein erfolgreiches Börsendebüt hingelegt. Mit Artio wagt - mit Ausnahme von Immobilienfonds - erstmals seit 15 Monaten wieder eine Finanzgesellschaft in den USA den Sprung aufs Börsenparkett.

rtr ZÜRICH/NEW YORK. Artio-Aktien gingen an der Wall Street mit 27,30 Dollar um fünf Prozent über dem Emissionspreis von 26 Dollar in den Handel. Der Ausgabepreis lag wegen der regen Nachfrage am oberen Ende der auf 24 bis 26 Dollar festgelegten Preisspanne. Mit 25 Millionen Anteilsscheinen konnten Bär und die beiden Artio-Gründer Richard Pell und Rudolph-Riad Younes mehr Aktien im Markt unterbringen als ursprünglich geplant und einen Emissionserlös von 650 Millionen Dollar einstreichen.

Artio verwaltete Ende August Vermögen im Wert von 53,3 Milliarden Dollar. Der weitgehend aus Management-Gebühren stammende Ertrag war im ersten Halbjahr um 45 Prozent auf 133 Millionen Dollar eingebrochen. 2008 hatten die verwalteten Vermögen um 40 Prozent auf 45,2 Milliarden Dollar abgenommen.

Infolge der Erholung an den Finanzmärkten hellt sich auch die Stimmung gegenüber Finanzfirmen wieder auf. So hatten die Experten von JPMorgan kürzlich die Kursziele für fünf amerikanische Vermögensverwalter angehoben. Nach Ansicht des Investment-Strategen Robert Lutts finden aber nur Börsenneulinge mit hoher Qualität Anklang. Die Immobiliengesellschaften Colony Financial und Apollo Commercial Real Estate brachten kürzlich nur die Hälfte der jeweils geplanten Aktienvolumina im Markt unter.

Julius Bär könnte seinen Emissionserlös für Übernahmen oder Aktienrückkäufe verwenden. Vor einigen Tagen signalisierten die Schweizer Interesse am Privatbankgeschäft des niederländischen Finanzkonzerns ING und haben nach Ansicht von Experten gute Chancen. Allerdings dürfte es Bär wohl nur auf den europäischen Teil abgesehen haben. An den asiatischen Private-Banking-Aktivitäten der Niederländer sei Bank nicht länger interessiert, erfuhr Reuters aus Kreisen. Für diesen Teil gilt die britische Großbank HSBC als Favorit. Mit einer Transaktion sei für Oktober zu rechnen, sagten am Donnerstag zwei mit der Sache vertraute Personen.

Der Artio-Teilbörsengang kommt praktisch zeitgleich mit der für Ende September geplanten Aufspaltung von Julius Bär. In Zukunft wird es zum einen die reine Privatbank Julius Bär Gruppe AG und zum anderen die Vermögensverwaltungsgesellschaft GAM geben. Der nicht an die Börse gebrachte Bär-Anteil an Artio soll GAM zugeschlagen werden. Über die Strategie der beiden neuen Banken will Bär am Freitag auf einem Investorentag Auskunft geben.

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