Aktien
US-Versicherer weiter unter Druck - Spitzer ermittelt

Belastet von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen führende US-Versicherer stand der Sektor am Freitag weiter unter Druck.

dpa-afx NEW YORK. Belastet von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen führende US-Versicherer stand der Sektor am Freitag weiter unter Druck. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer hatte am Donnerstag Zivilklage gegen den größten US-Versicherungsmakler Marsh & Mclennan und seine Tochter Marsh Inc erhoben. Es geht um Zahlungen von Kontingent-Kommissionen von Versicherungen an Marsh, die über normalen Verkaufskommissionen gelegen haben sollen. Im Gegenzug sollen Marsh Geschäfte an Versicherungen gesteuert und ihnen zugeteilt haben.

Die Aktien des größte US-Versicherungsmaklers Marsh & Mclennan Companies brachen bis 21.00 Uhr um weitere 18,22 Prozent auf 28,50 Dollar ein, nachdem das Papier am Vortag bereits 24,45 Prozent verloren hatte. Zuletzt zeige sich aber eine Erholungstendenz - das Tagestief lag bei 24,66 Dollar. AON gaben 4,70 Prozent auf 22,09 Dollar ab. Der weltgrößte Versicherer American International Group (AIG) verlor weitere 3,92 Prozent auf 57,65 Dollar - seit der Nachricht über die Ermittlungen sank der Marktwert von AIG um rund 28 Mrd. Dollar.

Nach den Spitzer-Ermittlungen sei die Unsicherheit in dem Sektor sprunghaft angestiegen und bei einigen Investoren kam es zu einem spontanen Ausverkauf, sagten Börsianer. Seit dem Bekanntwerden der Untersuchungen sind die Umsätze in den Titeln sprunghaft angestiegen und die Versicherer-Aktien zählten zu den am aktivsten gehandelten Werten an der New Yorker Nyse. Zuletzt seien auch noch Metlife-Aktien mit in den Strudel geraten, die nach einer Vorladung von Spitzer auf minus 7,52 Prozent auf 34,45 Dollar abrutschten.

Wegen der "gestiegenen Unsicherheit in der Aktie" haben die Analysten von Legg Mason Marsh & Mclennan am Morgen von "Buy" auf "Sell" abgestuft. Die offiziellen Vorwürfe beinhalteten sehr viel mehr als nur die Praxis der Provisionszahlungen für besonders hohe Volumina. In absehbarer Zukunft dürften also weitere Anschuldigungen die negativen Schlagzeilen für den Sektor beherrschen und die Aktien des Brokers belasten, urteilten die Analysten.

Bisher sei noch nicht klar wie weit reichend die Vorwürfe auf die gesamte Versicherungsindustrie und die einzelnen Unternehmen wirken werden, hieß es in einer Studie der Deutschen Bank. Das volle Ausmaß und der genaue Wortlaut der Anschuldigungen seien noch nicht verfügbar. Trotz ihrer Kaufempfehlung für Marsh & Mclennan raten die Analysten zunächst zur Vorsicht. Die Ermittlungen dürften zu deutlichen Veränderungen der Praktiken in dem Sektor führen, wobei sich die Geschäftsgrundlagen der Versicherungsmakler nicht unbedingt ändern. Vielleicht komme es nur zur Änderung der Kommissions-Modelle. Die mit in die Problematik hineingezogenen Rückversicherer dürften am wenigsten betroffen werden.

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