US-Wahlkampf
Welchen Präsidenten sich die Wall Street wünscht

Anleger weltweit schauen mit Spannung auf die Wahlen in den USA. Welcher der Kandidaten besser für die Aktienkurse ist, welche Papiere steigen könnten und wann Anleger besser vorsichtig werden sollten.
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Washington/DüsseldorfFür Barack Obama sieht es gut aus. Die Chancen auf die Wiederwahl als US-Präsident steigen. Jedenfalls wenn man der Börse trauen darf. Sam Stovall, Aktienstratege beim amerikanischen Finanzdienstleister Standard & Poor‘s, hat herausgefunden, dass die Börsenkurse einen zuverlässigen Indikator für den Wahlausgang liefern. Dazu hat er sich die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen seit 1948 angeschaut – und diese mit der Entwicklung des S&P 500 der Wahl verglichen. Ergebnis: Wenn die Aktienkurse in den drei Monaten vor der Wahl zulegen, dann gewinnt fast immer der Amtsinhaber.

Für die aktuelle Wahl hieße das: Sollte der Leitindex der US-Börsen zwischen dem 31. Juli und dem 31. Oktober 2012 steigen, dann wird Obama mit großer Wahrscheinlichkeit wiedergewählt. Ein erster Trend lässt sich nach den ersten Wochen bereits ablesen: Der S&P 500 ist seit Anfang August rund zwei Prozent gestiegen, Obama liegt also vorn. Zugegeben, ein großes Polster hat der amtierende Präsident damit nicht. Sollten die Kurse in der heißen Phase doch noch ins Minus rutschen, stünden die Zeichen auf Abwahl.

Wenn die Amerikaner am 6. November zur Wahl gehen, wird sich zeigen, was die Analyse taugt. Stovall behauptet, in der Vergangenheit habe sie mit einer Trefferquote von 88 Prozent funktioniert. Nur zweimal habe der Börsenindikator den falschen Sieger vorhergesagt – einmal 1956, als der populäre Dwight D. Eisenhower im Amt bestätigt wurde, und zum zweiten im Jahr 1968, als sich der Republikaner Richard M. Nixon mit knappen Vorsprung durchsetzen konnte.

In den Umfragen liefern sich Barack Obama und Mitt Romney liefern sich zurzeit ein Kopf an Kopf Rennen. Das Meinungsforschungsinstituts Ipsos sah Anfang September Obama mit 44 zu 43 Prozent vorne.

„Wir beobachten die Umfragen genau und reagieren, sobald sich ein klarer Trend zeigt“, sagt Nils Ernst, Fondsmanager bei der DWS. Je nach Kandidat könnte der Index ausschlagen.

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  • Diese Fondsmanager wissen doch auch einfach garnichts!! Da wimmelt es nur so von Konjunktiven. Luft, mehr net!

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