USA
Fünf Unternehmen gehen an die Börse

In dieser Woche erreichen die Neuemissionen in den Vereinigten Staaten den zweithöchsten Stand des Jahres. Die Anleger freut das allerdings nur begrenzt: Neue Aktien lieferten in den vergangenen Monaten die schlechteste jemals verzeichnete Rendite, viele Börsengänge floppten.
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NEW YORK. In den USA steht in dieser Woche die zweithöchste Zahl an Börsengängen (IPOs) in diesem Jahr an. Neben Cloud Peak Energy, der Kohlesparte von Rio Tinto, planen vier weitere Gesellschaften eine Aktienemission. Insgesamt liegt die Zahl der IPOs im November so hoch wie zuletzt vor knapp zwei Jahren.

Cloud Peak wird voraussichtlich Aktien für mehr als 550 Mill. Dollar an der Börse platzieren. Der Internet-Security-Spezialist Fortinet wird als erstes Startup-Unternehmen aus dem Silicon Valley seit annähernd zwei Jahren den Sprung an die Börse wagen. Daneben planen der Datendienstleister HealthPort, das Internet-Weiterbildungsunternehmen Archipelago Learning, und der Sicherheitsentwickler Global Defense Technology & Systems Börsengänge. In diesem Jahr gingen nur in der Woche zum 25. September mehr Unternehmen an die Börse.

Nicht alle Börsengänge erfolgreich

Die erfreuliche Entwicklung am US-Aktienmarkt - der Benchmarkindex Standard & Poor?s 500 hat seit März 62 Prozent zugelegt - lockt so viele Unternehmen an die Börse wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Seit September sind Aktien im Wert von rund 10 Mrd. Dollar an den US-Börsen platziert worden.

Allerdings sind nicht alle Unternehmen mit ihren Börsenplänen erfolgreich: Drei geplante IPOs wurden in den vergangenen zwei Wochen abgeblasen. Manche Aktien kommen am unteren Ende der Zeichnungsspanne an den Markt, so beispielsweise der von der Private-Equity-Gesellschaft KKR & Co. kontrollierte Discounter Dollar General Corp. "Wenn die Unternehmensführung den Börsengang durchziehen will, muss sie beim Preis nachgeben", sagt Philip Orlando, Chef-Aktienmarktstratege bei Federated Investors in New York. "Da gibt es derzeit ein richtiges Tauziehen."

Cloud Peak wird der größte Börsengang in dieser Woche. Das bisher vollständig im Besitz des Rohstoffkonzerns Rio Tinto befindliche Unternehmen plant, am Donnerstag 30,6 Millionen Aktien zu einem Preis von je 16 bis 18 Dollar an die Börse zu bringen. Mit dem IPO reduziert Rio seine Beteiligung auf 48 Prozent. Cloud Peak kommt für die ersten neun Monate 2009 auf einen Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 1,83 Dollar je Aktie. Auf Basis eines mittleren Aktienpreises von 17 Dollar entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6,97 - deutlich niedriger als das KGV von 20,76 für 78 andere Kohleunternehmen.

Wesentlich teurer ist Fortinet, die heute 12 Millionen Aktien zu 9 bis 11 Dollar platzieren will. Auf Basis des Gewinns für die ersten neun Monate käme die Aktie mit einem KGV von etwa 68 auf den Markt. Das ist mehr als dreimal so viel wie der Durchschnitt von 47 Softwareunternehmen weltweit.

Schlechte Kursentwicklung

Die Erholung bei den Börsengängen nach der Finanzkrise hat den Anlegern noch keine große Freude bereitet. Aktien, die im September und Oktober an die Börse kamen, haben sich im ersten Handelsmonat um 0,4 Prozentpunkte schlechter entwickelt als der Benchmarkindex Standard & Poor?s 500. Das ist die magerste Performance seit Beginn der Datenerhebungen durch Bloomberg vor 14 Jahren. Im Schnitt haben Börsenneulinge in den USA seit 1995 den S&P 500 bei der Kursentwicklung um 21,3 Prozentpunkte geschlagen.

Quelle: Bloomberg

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