Verallia-Emission
Mit Flaschen und Flacons an die Börse

Mächtig und dennoch bescheiden: Der französische Baustoffriese Saint-Gobain schickt 40 Prozent seiner Tochter Verallia an die Börse. Die Aktie wird maximal 36 Euro kosten - Analysten stufen den Preis als angemessen ein.
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ParisDer Markt für Börsengänge belebt sich in Paris. Baustoffriese Saint-Gobain gab gestern die Details für den Teilverkauf seiner Glasverpackungssparte bekannt, die eigens für den Börsengang in Verallia umgetauft wurde. Das Unternehmen stellt Bier-, Weinflaschen und Flacons für Parfum her und ist in diesem Geschäft weltweit die Nummer zwei nach dem US-Anbieter Owens Illinois.

Saint-Gobain plant, 40 Prozent von Verallia zu verkaufen und dabei bis zu 1,1 Milliarden Euro zu erlösen. Der französische Traditionskonzern will sich künftig auf das Geschäft mit Baustoffen konzentrieren. Die Preisbildungsspanne wurde mit 29,5 Euro und 36 Euro festgesetzt. Damit käme Verallia auf eine Marktkapitalisierung von bis zu 2,4 Milliarden Euro, was der bis dato größte Börsengang in diesem Jahr in Paris wäre.

"Unsere Industrie ist kaum abhängig vom Wirtschaftszyklus", warb Verallia-Chef Jerome Fessard für die Aktien seines Unternehmens. "Sie hat Wachstumpotenzial, ferner gibt es Konsolidierungsbedarf."

Laut Börsenprospekt erwirtschaftete die Saint-Gobain-Tochter im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,55 Milliarden Euro (plus 0,2 Prozent) und einen Betriebsgewinn von 43. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll von zuletzt 667 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro in diesem Jahr steigen.

40 Prozent des Ergebnisses sollen die Aktionäre per Dividende bekommen, den Rest will das Unternehmen in Wartung und Erweiterung der Produktionsanlagen sowie in kleinere Zukäufe von 100 Millionen Euro pro Jahr investieren. Die Franzosen wollen dabei vor allem in aufstrebende Märkte wie Mexiko, Südafrika, Russland oder Indien investieren. China komme erst etwas später an die Reihe, wenn dort der Bedarf für hochwertigere Flaschen steige, erklärte der Verallia-Chef.

Mit Blick auf die angestrebte Bewertung bescheinigen Analysten Saint-Gobain, nicht zu gierig zu sein. Die Börsenbewertung von bis zu 2,4 Milliarden Euro sei "im Rahmen der ursprünglichen Erwartungen", schrieben die Analysten des Brokers Cheuvreux in einem Kommentar. Laut Berechnungen von Reuters würde Verallia beim Ausgabepreis von 36 Euro je Aktie mit dem 6,3-Fachen des Ebitda des vergangenen Jahres bewertet. Der US-Wettbewerber Owen Illinois käme auf das 6,9-Fache.

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