Verkauf eines Minderheitsanteils scheint Option zu bleiben
Tui sagt IPO von Hapag-Lloyd ab

Der Touristikkonzern Tui sagt den ursprünglich für Herbst angesetzten Börsengang seiner Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd ab. So verlautete es offiziell aus Unternehmenskreisen.

HB FRANKFURT. Der vollständige Verkauf an einen Investor sei ebenfalls nicht vorgesehen. Die erforderliche Finanzierung des Konzerns sei langfristig strukturiert und die geplante weitere Entschuldung könne auch ohne einen Börsengang der Hapag-Lloyd AG erreicht werden, teilte TUI am Dienstag in Hannover mit. Für 2004 werde erneut ein starkes Geschäftsjahr in der Schifffahrt erwartet.

„Im Laufe der Vorbereitungen auf einen möglichen Börsengang hat sich die Lage auf den Kapitalmärkten verändert, so dass ein fairer Wert für das Unternehmen derzeit nicht zu realisieren ist“, hieß es. Hapag-Lloyd sollte ursprünglich in der zweiten Jahreshälfte an die Börse gebracht werden. Tui wollte bis zu 30 Prozent der Anteile am Markt platzieren. Eine Kaufofferte des Bielefelder Mischkonzerns Oetker, der ebenfalls in der Containerschifffahrt führend ist, hatte Tui abgelehnt.

Tui hatte im Frühjahr angekündigt, zwischen einem Drittel und 49 Prozent der Anteile von Hapag-Lloyd an die Börse zu bringen. Allerdings hatte Tui-Chef Michael Frenzel in den vergangenen Wochen auch betont, es müsse ein angemessener Preis zu erzielen sein. Analysten gingen davon aus, dass angesichts eines schwachen Börsenumfeldes Tui derzeit Hapag-Lloyd-Aktien unter Wert verkaufen müsste.

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