Verkauf oder Börsengang: TMD Friction lotet Optionen aus

Verkauf oder Börsengang
TMD Friction lotet Optionen aus

Beim Bremsbeläge-Hersteller TMD Friction steht Finanzinvestor Pamplon offensichtlich vor dem Ausstieg, ein Verkauf knapp 600 Millionen Euro bringen. Parallel bereitet sich TMD Friction auf einen Börsengang vor.
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FrankfurtVor zwei Jahren hatte der Finanzinvestor Pamplona den deutschen Bremsbeläge-Hersteller TMD Friction aus der Insolvenz gerettet - nun bereitet er Kreisen zufolge bereits den Ausstieg vor. Mit Bankern werde über einen Verkauf des Leverkusener Autozulieferers gesprochen, der annähernd 600 Millionen Euro bringen könnte, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Banker Reuters am Donnerstag. Parallel bereite sich TMD Friction auf einen Börsengang vor, der frühestens Ende 2011 stattfinden könnte. TMD-Chef Derek Whitworth sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Operativ wären wir bereits reif für einen Verkauf. Aber Pamplona hat mit dem Ausstieg keine Eile.“  

Konkrete Börsenpläne gebe es gegenwärtig nicht. „Ein solcher Schritt hängt von der operativen Performance, aber auch vom Marktumfeld ab“, sagte Whitworth. Den Verkauf an einen weiteren Finanzinvestor schloss er praktisch aus - es wäre schon der vierte für TMD Friction. „Wenn uns ein strategischer Käufer über den Weg liefe, könnte es sehr schnell gehen“, sagte Whitworth. „Pamplona ist da sehr pragmatisch.“ Die Folgen des Erdbebens in Japan könnten diese Aussicht jedoch eintrüben. Viele potenzielle Käufer aus der Branche stammten aus Japan.

TMD Friction hat ein wechselvolles Jahrzehnt mit massiven Restrukturierungen hinter sich. Der Finanzinvestor Montagu hatte das Unternehmen 2006 angesichts einer zu hohen Schuldenlast an die Gläubiger abgeben müssen. Ende 2008 ging das TMD trotzdem in Insolvenz, ehe Pamplona frisches Geld in das Unternehmen pumpte. Der neue Eigentümer sei behutsam vorgegangen, die Netto-Schulden lägen nur beim 1,7-Fachen des operatives Gewinns. „Unter unserem ehemaligen Eigentümer vor der Insolvenz war es das Fünffache“, sagte der langjährige TMD-Chef. „Man darf Private-Equity-Firmen nicht alle in einen Topf werfen. Pamplona gehört sicher zu den besseren Investoren.“    

Im vergangenen Jahr bekam TMD Friction den Aufschwung in der Autobranche deutlich zu spüren. Vor dem Schlussquartal habe sich ein Umsatzanstieg für das Gesamtjahr um rund 100 Millionen Euro abgezeichnet, sagte Whitworth. 2009 lag der Umsatz im Gesamtjahr bei 530 Millionen, 2010 nach neun Monaten schon bei 484 Millionen Euro.

„Wir liegen innerhalb unseres Plans, eine Umsatzrendite vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von zehn Prozent zu übertreffen“, sagte der Vorstandschef.  Im Mai 2010 hatte das Unternehmen mit gut 4000 Mitarbeitern eine Hochzins-Anleihe über 160 Millionen Euro begeben, mit der unter anderem ein Gesellschafterdarlehen zurückgezahlt wurde. „Der Bond macht uns sehr transparent“, sagte TMD-Chef Whitworth. „Plötzlich werden Dinge möglich, die vorher unmöglich schienen.“  

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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