Verkaufspläne: L'Oréal -Aktie reagiert auf möglichen Ausstieg

Verkaufspläne
L'Oréal -Aktie reagiert auf möglichen Ausstieg

Der Deal ist noch lang nicht sicher, doch die Aktien von L'Oréal und Nestlé reagieren nach den ersten Meldungen über eine mögliche Trennung Nestlés vom Kosmetikriesen. Beobachter sehen die Transaktion kritisch.
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Mit einem Anstieg von bis zu 5,2 Prozent hat die Aktie von L'Oréal auf Berichte über Pläne von Nestlé reagiert, seinen rund 32 Milliarden Dollar schweren Anteil an dem französischen Kosmetikunternehmen zu senken. Laut informierten Kreisen prüft der Schweizer Nahrungsmittelkonzern derzeit entsprechende Pläne. Die Aktien von Nestlé kletterten um bis zu 1,9 Prozent.

Den Angaben zufolge steht das Thema auf der Tagesordnung ganz oben und beide Unternehmen haben bereits Banken konsultiert. Sollte es zu einer Verringerung des Anteils von 29 Prozent kommen, werde das aber vor allem Zeit brauchen. Grund dafür seien die Größe der Beteiligung und die komplexen Verbindungen zwischen den Unternehmen und der hinter L'Oréal stehenden Familie Bettencourt. Alle Beteiligten müssten sich auf einen zeitlichen Rahmen einigen. Die Vorbereitungen hätten im Vorfeld der im April auslaufenden Haltefrist für Nestlé an Fahrt aufgenommen, so die informierten Personen. Sprecher beider Unternehmen wollten sich dazu nicht äußern.

Der Schweizer Konzern hat verschiedene Möglichkeiten. In Frage kommt den Angaben nach ein Verkauf an L'Oréal, die Familie Bettencourt oder über die Börse wie auch eine Kombination aus den drei Optionen. L'Oréal könnte die Aktien erwerben und dann vom Markt nehmen, was für die Aktionäre den Charme hätte, dass der Wert ihrer Anteile steigen würde. Im Prinzip könnte Nestlé die Aktien bereits jetzt verkaufen, müsste sie aber zunächst der Familie Bettencourt anbieten, bevor das Vorkaufsrecht am 29. April ausläuft.

Die Eidgenossen wollten sich aus L'Oréal zurückziehen, da der Anteil an dem Kosmetikkonzern nicht zu der langfristigen Strategie einer Konzentration auf Nahrung und Gesundheit passe, sagte eine der Personen. Sollte keine Einigung erfolgen oder der Verkaufspreis nicht angemessen sein, könnte Nestlé aber auch an der Beteiligung festhalten. Eine Entscheidung über den Verkaufsbeginn sei noch nicht erfolgt, so eine der Personen. Derzeit wird L'Oréal mit 78 Milliarden Euro bewertet.

Analyst Pierre Tegner von Natixis Securities riet vom Kauf der Aktien durch L'Oréal selbst allein schon wegen der Möglichkeit eines Anteilsverkaufs durch Nestlé ab. „Ich bin mir nicht sicher, ob L'Oréal 20 Milliarden Euro für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben will”, sagte Tegner, der den Wert als „Neutral” einstuft.

Auch über den Verkauf herrscht Unsicherheit. Analyst Jean Philippe Bertschy von Vontobel AG hatte am 8. Februar angemerkt, er gehe davon aus, dass Nestlé seinen Anteil behalten werde. Der Verkauf wäre kurzfristig gedacht und untypisch für Nestlé. Sollten sich die Schweizer jedoch zu einer Verringerung entschließen, könnten die Erlöse für eine Übernahme verwendet werden. Ein Ziel könnte Ferrero sein. Der Kauf des rund 22,5 Milliarden Franken teuren Süßwarenherstellers würde Nestlé zur weltgrößten Firma im Süßwarenbereich machen, hatten Analysten der UBS AG im November geschrieben.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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