Verkehrsindustrie sieht Chancen außerhalb des Heimatmarktes
Krise in der Bahntechnik belastet Aktienkurse der Hersteller kaum

Wenn sich die Bahnindustrie in dieser Woche zur Fachmesse „Innotrans“ in Berlin trifft, wird von gravierenden Auftragsrückgängen, von Überkapazitäten und von drohenden Werkstilllegungen die Rede sein. Nach fetten Jahren leidet die Branche unter den Finanznöten der öffentlichen Hand im deutschen Heimatmarkt.

DÜSSELDORF. „Vieles spricht dafür, dass die Bahnkonjunktur vor einer länger anhaltenden Talfahrt steht“, schätzt Maria Leenen, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung SCI Verkehr, ein. Und Berater Dieter Schneiderbauer, Verkehrsexperte von Mercer Management, bestätigt: „Die Zeiten der übervollen Auftragsbücher sind vorbei. Der Ausblick ist eher verhalten bis düster.“

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) hat es diese Woche präzisiert: Der Auftragseingang für Infrastrukturvorhaben aus dem Inland sei um 51 Prozent auf 0,5 Mrd. Euro geschrumpft. Und der Fachverband Elektrobahnen und -fahrzeuge im Zentralverband der Elektroindustrie beklagte vor allem die „investive Zurückhaltung“ der Deutschen Bahn AG. Deutschland sei das einzige Land weltweit, in dem die Bahnindustrie derzeit kein Wachstum verzeichnen könne.

In den Aktienkursen spiegelt sich das allerdings kaum wider. Bei den „großen Drei“ der Branche, Marktführer Bombardier, Siemens und Alstom, sind die Transportsparten nur Teilbereiche.

Weder von den schweren technischen Problemen der CombinoStraßenbahn haben sich die Analysten bei der Siemens-Aktie beeinflussen lassen noch davon, dass die Verkehrstechnik bei einer großen Auftragsrunde in China leer ausging.

Das Alstom-Papier prägen die Überlebenskämpfe des Konzerns stärker als die Situation der Transportation-Sparte, deren deutsches Werk in Salzgitter in der Branche hohes Ansehen genießt. Bombardier Transportation befindet sich in einer Restrukturierungs- und Schrumpfungsphase. Die Aktie wird zudem gebeutelt durch die Probleme im Flugzeugbau, die diese Woche durch die erneute Insolvenz der Fluggesellschaft US Airways noch einmal gewachsen sind.

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