Verkehrstelematik-Anbieters Kapsch TrafficCom
Österreicher feiern erfolgreiches Börsendebüt

Kapsch TrafficCom hat am gestrigen Dienstag an der Börse in Wien einen erfolgreichen Start hingelegt. Am Nachmittag notierte die Aktie des Verkehrstelematik-Anbieters im Prime Market der Wiener Börse mit 36,40 Euro knapp 14 Prozent über dem Ausgabepreis von 32 Euro.

WIEN. Das Unternehmen aus der österreichischen Kapsch-Gruppe hat sich auf Verkehrstelematik und Bahnkommunikationssysteme spezialisiert. Zugeteilt worden sind nach Angaben der Gesellschaft 3,7 Mill. Aktien inklusive Mehrzuteilung von 340 000 Stück. 2,2 Mill. Anteile stammten aus einer Kapitalerhöhung, 1,16 Mill. Aktien aus dem Eigentum der Muttergesellschaft. Die Emission war mehr als 14-fach überzeichnet gewesen. Rund 24 Prozent der angebotenen Aktien seien bei österreichischen Privatanlegern platziert worden, teilte das Unternehmen mit.

Der Bruttoerlös beträgt ohne Mehrzuteilung rund 108 Mill. Euro. Der Umsatz von Kapsch TrafficCom betrug im Geschäftsjahr 2006/07 knapp 200 Mill. Euro. Die Gruppe beschäftigt weltweit knapp 800 Mitarbeiter.

Kapsch TrafficCom hat unter anderem Mautsysteme in Österreich und Tschechien eingerichtet. Mit dem Geld aus dem Börsengang sollen nun weitere Märkte ins Visier genommen werden. Vor allem Nordamerika hatte Firmenchef Georg Kapsch als Expansionsmarkt genannt. Kapsch TrafficCom hat bereits Standorte in Tschechien, der Slowakei, Ungarn sowie in Südamerika, Südafrika und Asien und bezeichnet sich als Weltmarktführer in dieser sehr speziellen Branche.

Für die Wiener Börse ist Kapsch der vierte Börsengang des Jahres. Vor allem Immobilienunternehmen wagten sich dieses Jahr aufs Parkett. Bisher erzielten die drei Neulinge eine Börsenkapitalisierung von insgesamt 827 Mill. Euro. Erheblich größer ist mit 5,4 Mrd. Euro jene Summe, die an der Wiener Börse notierte Firmen in diesem Jahr bereits über Kapitalerhöhungen erzielten. Auch hier standen vor allem Immobilienfirmen wie Immoeast an der Spitze.

Absehbar sind in diesem Jahr mit dem Anbieter von Sicherheitssoftware Phion und dem Baukonzern Strabag noch zwei Börsengänge. Der Strabag-Börsengang war bereits für Mai vorgesehen, wurde dann aber wegen des Einstiegs eines russischen Großinvestors auf Oktober verschoben. In den vergangenen zwei Jahren war die Wiener Börse regelmäßig auf sechs Neuemissionen pro Jahr gekommen.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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