Verlagshaus
Bastei Lübbe plant den Gang an die Börse

Anleger sollen künftig in den Verlag investieren können, der Bestsellerautoren wie Dan Brown und Ken Follett im Repertoire hat. Die Erstnotierung an der Frankfurter Börse plant Bastei Lübbe für den kommenden Herbst.
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KölnDer Kölner Verlag Bastei Lübbe, berühmt geworden durch die „Jerry-Cotton“-Heftchen, geht an die Börse. Den Erlös des Börsenganges will der Verlag zum Ausbau des Digitalbereichs verwenden. Außerdem sollen die Verlagsinhalte multimedial aufbereitet und international vertrieben werden. „Jetzt wird der Markt verteilt“, sagte Geschäftsführer Thomas Schierack am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Köln.

Die Notierung an der Frankfurter Börse sei für Oktober 2013 geplant. Der Verleger Stefan Lübbe wolle mit etwa 60 Prozent der Aktien weiter das Heft in der Hand behalten.

„Wir stehen in unserer Branche vor einem Umbruch“, sagte Schierack. „Die Umsätze im Bereich gedrucktes Buch gehen etwas runter, und auf der anderen Seite explodieren die digitalen Umsätze. Da sind wir im Moment relativ weit vorne, und diesen Bereich wollen wir auch weiter ausbauen.“

Dabei habe Bastei Lübbe einen besonderen Vorteil: „Jerry Cotton, John Sinclair sind von uns entwickelt worden und werden von uns durch Auftragsautoren geschrieben. Das heißt: Wir haben alle Rechte an diesen Inhalten und können diese deshalb viel breiter verwerten als einfache Buchrechte.“ Das Ziel sei eine multimediale 360-Grad-Verwertung: „Sie lesen was, dann kommt ein Film, ein Spiel, und das dann auch noch international.“ Es gebe da zurzeit „irre Möglichkeiten“, wobei im Spielebereich auch Zukäufe denkbar seien, da der Games-Bereich bei Bastei Lübbe „noch nicht richtig entwickelt ist“.

Vor diesem Hintergrund sei Bastei Lübbe heute auch wieder stolz darauf, ein „Heftchen-Verlag“ zu sein. Digitale Heftchen könnten ziemlich cool sein. Weiter wichtig blieben aber auch Bestsellerautoren wie Dan Brown („Sakrileg“) und Ken Follet („Die Säulen der Erde“). „Unser Anspruch ist Unterhaltung fürs breite Publikum“, sagte Schierack. In den Feuilletons komme man damit selten gut weg. „Aber damit müssen wir einfach leben. Uns ist der Euro in der Kasse lieber als eine tolle Rezension.“

Bastei Lübbe hat im Geschäftsjahr 2011/12 einen Gewinn von 6,5 Millionen Euro nach Steuern erzielt. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2012/13 knapp 100 Millionen Euro.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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