Vermittler von Baukrediten erreicht Gewinnschwelle
Online-Makler Interhyp strebt an die Börse

Der Internet-Immobilienmakler Interhyp AG erwägt einen Börsengang im kommenden Jahr. „2006 ist ein Börsengang für uns eine echte Option“, sagte Vorstandschef Robert Haselsteiner dem Handelsblatt.

FRANKFURT/M. „Von der Größenordnung und der Markt-Relevanz würden wir bis dahin die Voraussetzungen erfüllen.“ Er betont jedoch, dass die Bank derzeit kein zusätzliches Kapital benötige. Das Marktumfeld schätzt der ehemalige Goldman-Sachs-Investment-Banker positiv ein: „Mit jedem erfolgreichen Börsengang verbessert sich die Stimmung“.

Die Interhyp vermittelt als reine Makler-Plattform Finanzierungsprodukte von mehr als 40 Banken, Versicherungen und Bausparkassen an Privatpersonen. Dabei basiert das Geschäft ausschließlich auf dem Internet. Filialen gibt es keine. Die Beratung findet am Telefon statt und die Unterlagen werden per Post zugeschickt. Dabei prüft Interhyp die Bonität der Kunden. Die endgültige Kreditzusage geben aber die Produktpartner – und zahlen die Provision an Interhyp.

Im vergangenen Jahr hat die erst vor fünf Jahren gegründete Interhyp die Provisionserlöse gegenüber 2003 auf 18,5 Mill. Euro verdoppelt. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte von 0,1 Mill. Euro auf 2,1 Mill. Euro. Netto hat das Unternehmen mit Sitz in München mit einem Plus von 1,7 Mill. Euro die schwarzen Zahlen erreicht – nach einem Verlust von 61 000 Euro im Vorjahr. Das abgeschlossene Finanzierungsvolumen steigerte der Makler gegenüber 2004 um mehr als die Hälfte auf 1,3 Mrd. Euro. Damit hat die Interhyp etwa zwei Prozent des Neugeschäfts in der deutschen Baufinanzierung vermittelt. Der geringe Marktanteil liegt auch daran, dass die Baufinanzierung – anders als in anderen Ländern – in Deutschland vor allem über die Hausbank läuft. In den USA ist das anders: Dort vermitteln Makler mehr als die Hälfte privater Baufinanzierungen.

Bis 2010 will Haselsteiner zehn Prozent aller Baufinanzierungen in Deutschland vermitteln – und ein Finanzierungsvolumen von zehn Mrd. Euro erreichen. Für das laufende Jahr peilt er mindestens die Zwei-Milliardengrenze an. Bereits im ersten Quartal hat der Internet-Makler nach eigenen Angaben mehr als 500 Mill. Euro Finanzierungsvolumen vermittelt. Um den Zuwachs zu bewältigen, will Haselsteiner in diesem Jahr 60 neue Mitarbeiter einstellen. Zum Jahresende haben 171 Leute bei Interhyp gearbeitet.

Auch die Zahl der Produktpartner soll weiter wachsen. „Das größte Interesse an unserer Plattform kommt derzeit aus dem Ausland“, berichtet Haselsteiner. Vor allem niederländische und britische Anbieter seien an einer Kooperation interessiert. Schon heute nutzen unter anderem der holländische ING-Konzern, die Bouwfonds, eine Tochter der niederländischen ABN Amro Bank, und die amerikanische General Motors-Tochter GMAC die Interhyp-Plattform. Der Vorteil für die Ausländer: Sie können ohne großes Filialnetz an den deutschen Markt.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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