Verschiebung auf unbestimmte Zeit
Schott Solar sagt Börsengang ab

Die Mainzer Schott Solar AG hat ihren ursprünglich für den morgigen Donnerstag geplanten Börsengang abgesagt.

HB MAINZ. Das in Mainz ansässige Unternehmen begründete diese Entscheidung am Mittwochabend mit der erneut drastischen Verschlechterungen der Bedingungen an den internationalen Kapitalmärkten in den vergangenen Tagen. Die Erstnotiz im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse war ursprünglich für den 9. Oktober vorgesehen. Im Anschluss an eine nachhaltige Beruhigung des Kapitalmarktumfelds soll das weitere Vorgehen geprüft werden, hieß es von Schott Solar weiter. Die operative Geschäftstätigkeit bleibe von dieser Entscheidung unberührt. Die Finanzierung der weiteren Ausbaupläne sei durch die Schott AG gesichert.

Wegen der Finanzmarktkrise hatte sich der Schritt aufs Parkett in den vergangenen Wochen schon mehrfach verzögert, ursprünglich sollte es schon Mitte September soweit sein.

In Anbetracht des erneut drastischen Kurseinbruchs an den Börsen hatte sich im Vorfeld bereits zunehmende Unsicherheit über den Börsengang der Solarfirma breitgemacht. Im außerbörslichen Handel fielen die Aktien des Mainzer Unternehmens am Mittwoch leicht. Mehrere Marktteilnehmer hatten bereits Bedenken geäußert, ob die Pläne tatsächlich durchgezogen würden.

Das Düsseldorfer Wertpapierhandelshaus Schnigge stellt die Aktien am Mittwoch in einer Spanne von 15,50 zu 17,50 Euro, am Tag davor hatte das Haus die Aktie noch bei 17 zu 18,50 Euro taxiert. Ähnlich sah es im Handel bei Lang & Schwarz aus. Der so genannte Graumarkt gibt eine vage Indikation für das Zeichnungsinteresse. Die Zeichnungsspanne für interessierte Investoren der Schott-Solar-Aktie betrug 14,50 bis 19,50 Euro.

Schnigge-Aktienhändler Norbert Empting sagte: "Angesichts der angespannten Lage gibt es so gut wie keinen Umsatz bei den Titeln." Es gebe quasi keine Käufer, immerhin aber auch keine Verkäufer. "Der Kapitalmarkt ist einfach mit anderen Dingen beschäftigt", fügte er an.

Auch andere Händler waren unsicher. Christian Falkner vom Wertpapierhändler Alpha etwa betonte, die Situation am Aktienmarkt habe sich seit der jüngsten Verschiebung nur noch verschärft. "Es ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für einen IPO (Initial Public Offering)", sagte er.

Schott Solar erhoffte sich aus dem Börsengang einen Bruttoerlös von bis zu 546 Mio. Euro. Auch die Altaktionäre wollen Anteile abgeben. Das Unternehmen will mit seinem Erlös den Ausbau der Produktion im In- und Ausland vorantreiben. Schott Solar fertigt Komponenten für Solarkraftwerke sowie Photovoltaikprodukte wie Solarzellen und-module.

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