Verschiedene Methoden zur Bewertung von Analysten
Hintergrund: Was Analystenrankings wert sind

Als Orientierungshilfe für Anleger beurteilen einige unabhängige Firmen die Arbeit von Analysten und zeichnen in Rankings die besten aus. Doch wie kommen diese Rankings zustande und was sind sie wert?

rez FRANKFURT. Aktienempfehlungen und Gewinnschätzungen helfen Anlegern, sich für den Kauf oder Verkauf von Dividendentiteln zu entscheiden. Daher ist es für sie wichtig, auf wessen Einschätzungen sie sich verlassen können. Denn die Erfahrung des Börsenabschwungs Anfang des Jahrtausends sitzt Anlegern noch im Nacken.

Das US-Researchunternehmen Starmine bewertet die Qualität von Analysten seit sieben Jahren nach einer objektiv-statistischen Methode anhand der Kriterien Güte von Aktienempfehlungen und Genauigkeit von Gewinnschätzungen. Um sich für das Starmine-Broker-Ranking zu qualifizieren, hat eine Bank Auflagen zu erfüllen. So müssen die Analysten mindestens 15 Dax-Titel, für die MDax-Auswertung mindestens elf Werte des Index, für die SDax-Analyse mindestens zwölf Aktien und für das TecDax-Ranking mindestens sieben Werte beobachten. Außerdem muss jeder Index von mindestens drei Analysten untersucht werden, die bereits neun Monate das Gebiet bearbeiten.

Die Starmine-Experten beobachten zunächst die Aktienempfehlungen der Analysten. Sie schneiden zum Beispiel gut ab, wenn sie eine Kaufempfehlung für eine Aktie ausgesprochen haben und der Kurs des Titels danach im Verhältnis zu seinem Sektor steigt. Für jede analysierte Aktie erhält die Bank dann einen bis 100 Punkte. Aktien, die nicht auf der Beobachtungsliste der Analysten stehen, gehen mit dem neutralen Wert 50 in die Bewertung ein.

Anschließend bildet Starmine einen Durchschnittswert für den Broker insgesamt. Hat ein Investmenthaus mehr als 50 Punkte, schneidet es überdurchschnittlich ab, bei weniger als 50 Punkten ist es unterdurchschnittlich. Bei den Gewinnschätzungen vergleicht Starmine zweitens die Analysten einer Bank mit den Kollegen der Branche und vergibt nach dem gleichen System Punkte von eins bis 100.

Nach dieser Methode arbeiten auch der britische Informationsdienst AQ und die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA). Auf Befragungen von Vermögensverwaltern stützen sich dagegen das US-Magazin „Institutional Investor“, die japanische Zeitung „Nihon Keizai Shimbun“ und Thomson Extel.

Den Kategorien Aktientipps und Gewinnschätzungen widmen Anleger unterschiedlich hohe Aufmerksamkeit. „Während private Anleger sich eher für Aktienempfehlungen interessieren, schauen institutionelle Investoren auf die Gewinnschätzungen“, sagt Jürgen Kurz von der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Das liege daran, dass die Tipps für den Laien konkreter seien. Zudem bekämen Private von Banken oft nur Zusammenfassungen des Researchs. Wer die Qualität eines Analysten einschätzen will, muss laut Kurz aber seine Aussagen über die Gewinnschätzungen prüfen. „Sie bilden den Kern der Arbeit des Analysten“, sagt er. Die Kursentwicklung hingegen hänge an vielem anderen und, „hier ziehen Analysten oft dem Markt hinterher.“

Generell geben regelmäßig gute Plätze in Rankings einen Anhaltspunkt für gute Arbeit. Denn die Ranglisten sind beziehen sich auf die Vergangen: Gute Häuser können erfolgreich bleiben, eine Garantie gibt es aber nicht.

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