Versicherer
Generali-Aktie steht in der Kritik

Der italienische Versicherer Assicurazioni Generali hat in den letzten zehn Monaten viel Kritik aushalten müssen, vor allem der Hedge-Fonds Algebris hat den Konzern im Visier. Dabei haben sich die Italiener, verglichen mit dem Gesamtmarkt, bisher tapfer geschlagen. Auch die jüngste Kritik der Ratingagentur Fitch nimmt Generali gelassen.

MAILAND. Im Oktober startete der Hedge-Fonds Algebris eine Attacke auf den Konzern, kritisierte die Corporate Governance, die hohen Gehälter der Chefs und die mangelnden Akquisitionen. Vor wenigen Wochen meldete sich die Rating-Agentur Fitch zu Wort. Sie änderte ihren Ausblick auf "Negativ" und begründete das mit der Kapitalstruktur nach den jüngsten Zukäufen. Nun meldete sich erneut der Algebris zu Wort und kritisierte die wenig rentablen Investitionen des Versicherers in verschiedene italienische Unternehmen.

Tatsächlich liegt der Aktienkurs von Generali mit weniger als 24 Euro weit entfernt von dem Hoch von mehr als 33 Euro im Oktober. Aber verglichen mit dem Gesamtmarkt und mit anderen Versicherern stehen die Italiener immer noch besser dar. So verlor die Generali-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten ein Fünftel des Werts, während etwa die Allianz fast ein Drittel einbüßte und Axa sogar über 40 Prozent. Von 25 Analysten raten mehr als die Hälfte dazu, die Aktie zu halten, sechs empfehlen den Verkauf. Das Kursziel liegt im Durchschnitt bei rund 30 Euro. Aber es gibt auch Analysten, die den Kurs mittelfristig bei nur 26 Euro sehen. Vor zwei Wochen hat die Großbank UBS ihr Kursziel von 27 auf 26 Euro gesenkt.

"Unser Urteil ist ein echtes Halten. Wer die Aktie im Depot hat, sollte sie nicht verkaufen", betont indes Enrico Matteoli, Analyst von Kepler Securities, der den Kurs mittelfristig bei 30 Euro sieht. "Generali ist einer der Versicherer, die am wenigsten von der Subprime-Krise betroffen sind", lobt er. Der Traditionskonzern aus Triest sei anders als etwa Axa oder Allianz weniger in der Vermögensverwaltung aktiv, habe weniger Unternehmenskunden und sei auch nicht so stark im schwächelnden Geschäft mit Autoversicherungen präsent. "Generali ist konservativ und kann in schwierigen Zeiten den Markt schlagen", urteilt Matteoli.

Der Traditionskonzern hat selbst kaum in risikoreiche Subprime-Derivate investiert. Dafür hat der Versicherer nach alter italienischer Tradition sich in verschiedene heimische Unternehmen eingekauft: Generali hält knapp sieben Prozent an Telecom Italia, knapp vier Prozent am Zeitungsverlag RCS, fünf Prozent an der Raststättenkette Autogrill und vier Prozent an der Banca Carige. Vor allem bei der Investition in Telecom Italia kritisiert der Hedge-Fondsmanager Davide Serra von Algebris, dass Generali dadurch bereits eine Mrd. Euro verloren hat.

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