Versicherer
Talanx-Börsengang unter einer Milliarde Euro

Der Versicherungskonzern Talanx strebt noch in diesem Monat an die Börse. Dabei sollen am Markt rund 600 bis 700 Millionen Euro erlöst werden. Weiteres Kapital kommt von einem japanischen Partner.
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FrankfurtDie lang gehegten Börsenpläne des drittgrößten deutschen Versicherers Talanx werden Finanzkreisen zufolge konkret. Das Unternehmen aus Hannover wolle mit einer Kapitalerhöhung im Juni etwas weniger als eine Milliarde Euro einsammeln, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Freitag. Mit 300 Millionen Euro kann Talanx dabei allein von seinem japanischen Partner Meiji Yasuda rechnen, der eine Wandelanleihe in Aktien tauschen will. Am Markt müsste Talanx damit nur 600 bis 700 Millionen Euro erlösen.

"Intern stehen alle Zeichen auf Grün", sagte einer der Insider. Nach dem Börsengang, der in der letzten Woche im Mai angekündigt werden solle, sollen den Kreisen zufolge 25 bis 30 Prozent an Talanx gelistet sein, was für den Einzug in den Nebenwerteindex MDax reichen würde.

Hält Talanx den Zeitplan ein, würde der Versicherer fast im Gleichschritt mit dem Chemiekonzern Evonik an die Börse streben. Bei Evonik soll die endgültige Entscheidung am 21. Mai fallen. Beiden kommt Finanzkreisen zufolge aber die Rheinmetall-Autozuliefertochter Kolbenschmidt Pierburg (KSPG) zuvor, deren Börsengang schon Anfang Juni erwartet wird. Der Chemiekonzern H.C. Starck, der den Finanzinvestoren Advent und Carlyle gehört und ebenfalls zu den potenziellen Börsenneulingen gezählt wird, werde den Schritt dagegen erst nach der Sommerpause angehen, sagten Insider.

Talanx wird federführend begleitet von der Deutschen Bank, der Citigroup und JPMorgan. Vorstandschef Herbert Haas macht bisher noch ein Geheimnis um die konkreten Pläne. Auch am Freitag wollte sich ein Sprecher nicht äußern. Das Unternehmen hatte über mehr als zehn Jahre hinweg mehrere Anläufe für ein Initial Public Offering (IPO) genommen, war aber immer wieder zurückgeschreckt.

Die Bewertung von Talanx bei dem geplanten IPO entspricht einem Firmenwert von rund vier Milliarden Euro. Der Buchwert des Eigenkapitals liegt zwar bei 5,4 Milliarden Euro. Doch wird auch der deutsche Marktführer Allianz nur mit dem 0,8-fachen dieser Kennzahl bewertet. Bei IPOs fordern Investoren in der Regel zudem einen Nachlass von zehn Prozent als Kaufanreiz. (Mitarbeit: Jonathan Gould; redigiert von Martin Zwiebelberg)

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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