Verspäteter Postbank-Börsengang zeigt Macht der Fondsmanager
Fondsmanager diktierten niedrigeren Emissionspreis

Die Zitterpartie um den Börsengang der Postbank untermauert die Macht der Fondsmanager im aktuellen Marktumfeld. Die Großinvestoren sitzen angesichts der unsicheren Börsenlage derzeit am längeren Hebel und diktieren letztlich den Preis. Sie schauen sich die Unternehmen deutlich genauer an als noch zu Boomzeiten des Aktienmarktes und sind nicht mehr gewillt, die Angebote zu von den Konsortialbanken vorgegebenen Preisen zu zeichnen.

HB FRANKFURT. „Das war ein Machtkampf zwischen der Post und den Fondsmanagern. Gewonnen haben die, die das Geld verwalten und in der jetzigen Marktsituation am längeren Hebel sitzen“, sagt Giuseppe Amato, Marktanalyst beim Broker Lang & Schwarz. Dies ist auch bei Börsengängen außerhalb Deutschlands zu beobachten. So hatte der französischen Staat in der vergangenen Woche bei der Platzierung des Triebwerkherstellers Snecma weit weniger erlöst als erhofft.

Die Postbank reduzierte am Wochenende kurz vor der geplanten Erstnotiz die Preisspanne für ihre Aktien um rund zehn Prozent auf auf 28 bis 32 Euro. Vertreter der Fondsbranche kommentierten dies mit Genugtuung: „Das ist doch eine realistische, marktgerechte Preisgestaltung“, sagte Rolf Drees, Sprecher der drittgrößten deutschen Fondsgesellschaft Union Investment. „Wir haben dem Unternehmen und den Banken schon vorher gesagt, dass wir einen Preis unter 30 Euro für marktgerecht halten.“ Kritik am Preisdruck der Fondsbranche wies er zurück: „Es gibt keine staatsbürgerliche Pflicht, Aktien zu zeichnen.“ Allerdings hofft die Post, mit einer Umtauschanleihe auf Postbank-Aktien im Volumen von einer Milliarde Euro am Ende doch noch den geplanten Erlös von mindestens 2,6 Milliarden Euro zu erzielen.

Experten sehen durch das teilweise öffentlich ausgetragene Gezerre um den Postbank-Börsengang weniger das Image des Finanzplatzes Frankfurt beschädigt als das der beteiligten Banken. „Einen Schaden für den Finanzplatz Frankfurt kann ich nicht erkennen“, sagt Rüdiger von Rosen, Leiter des Deutschen Aktieninstituts (DAI). An der Börse werde seit eh und je ein Ausgleich zwischen Verkäufer- und Kauferinteressen gesucht. „Und genau das haben wir hier gesehen.“

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