Vierter Börsengang in diesem Jahr in Deutschland
MTU will noch im Juni an die Börse

Auf den deutschen Kapitalmarkt rollt der nächste große Börsengang zu. Bereits Ende dieser Woche will der Münchener Triebwerkshersteller MTU Aero Engines die heiße Phase für die Platzierung von Aktien im Wert von voraussichtlich knapp einer Milliarde Euro einleiten. Das erfuhr das Handelsblatt gestern aus Finanzkreisen.

mm/rob/scc FRANKFURT. Im Rahmen der so genannten Vorvermarktung werden die Analysten der begleitenden Banken Goldman Sachs, Deutsche Bank und UBS zunächst die Preisvorstellungen der potenziellen Investoren ausloten. Die Analysten selbst schätzen den Wert von MTU auf insgesamt 1,8 bis 2,2 Mrd. Euro. Die Zeichnungsfrist für die Triebwerksaktie soll voraussichtlich zwischen dem 23. und 25. Mai beginnen. Zeichne sich im Vorfeld starkes Interesse an MTU ab, könne die Orderphase auf eine Woche verkürzt werden, hieß es in den Kreisen. Ansonsten werde die Zeichnungsfrist wie üblich zwei Wochen laufen. Die Erstnotiz solle aber in jedem Fall noch in der ersten Juni-Hälfte stattfinden. Weitere Details will MTU-Chef Udo Stark bei der für heute erwarteten Präsentation der Quartalszahlen nennen.

MTU wäre nach dem Biotechnologiewert Paion, dem Bezahlsender Premiere und dem Solarunternehmen Conergy der vierte deutsche Börsengang in diesem Jahr. 2004 hatten insgesamt nur sechs Unternehmen den Sprung auf das Parkett geschafft. Für 2005 erwarten die meisten Investmentbanker etwa ein Dutzend Neuemissionen.

Neben MTU zählen Finanzkreisen zufolge das Biotech-Unternehmen Jerini sowie die beiden Solar-Firmen Solarwatt und PV Crystalox Solar zu den potenziellen Kandidaten, die noch vor der Sommerpause den Weg an die Börse antreten könnten. Gerade für Aktien aus dem Solar-Bereich ist das aktuelle Umfeld sehr gut. Der Kurs des TecDax-Werts Solarworld schaffte beispielsweise innerhalb des vergangenen Jahres ein Kursplus von über 500 Prozent. Die Berliner Jerini AG gilt, was Forschungsergebnisse und finanzielle Ausstattung anbelangt, in Branchenkreisen teilweise schon als weiter als manch börsengelistetes Unternehmen der Branche. Erst im Februar hatte das Management in der vierten Finanzierungsrunde 15,5 Mill. Euro eingesammelt.

Für neuen Mut bei den Börsenkandidaten sorgten vor allem die erfolgreichen Platzierungen von Premiere und Conergy. Die Emission des Münchener Bezahlsenders war mehr als zwölffach überzeichnet, und bereits in den ersten Handelsminuten nach der Erstnotiz schoss der Kurs um mehr als zehn Prozent über den Ausgabepreis. Conergy verzeichnete am ersten Handelstag sogar Gewinne von rund 30 Prozent. Doch seither hat sich das Klima am Aktienmarkt eingetrübt, und darunter litt auch die Entwicklung der Börsenneulinge. Von einem Höchstkurs von knapp 33 Euro sackte die Premiere-Aktie in Richtung 30 Euro. Conergy hat eine ähnliche Entwicklung hinter sich.

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