VÖB sieht Dax seitwärts laufen bei hohen Schwankungsbreiten

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VÖB sieht Dax seitwärts laufen bei hohen Schwankungsbreiten

Die Seitwärtsbewegung im Dax dürfte nach Einschätzung von Marktexperten in den kommenden drei bis sechs Monaten andauern.

dpa-afx FRANKFURT. Die Seitwärtsbewegung im Dax dürfte nach Einschätzung von Marktexperten in den kommenden drei bis sechs Monaten andauern. Gleichzeitig wird auch die Schwankungsbreite hoch bleiben, wie mehrere Volkswirte des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) während einer Pressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt betonten. Im Schnitt rechnen Bayernlb, Dekabank, Helaba, HSH Nordbank, Nordlb und WestLB bis Ende des Jahres mit einem Punktestand im deutschen Leitindex auf derzeitigem Niveau von rund 6 160 Punkten. Bis März 2011 erwarten sie im Schnitt nur rund 30 Punkte mehr.

Am pessimistischsten unter den öffentlichen Banken ist die Helaba, deren letzte Drei- und Sechsmonatsprognosen vom März dieses Jahres den Dax-Stand genau trafen. Nun prognostiziert sie den wichtigsten deutschen Index bis Ende Dezember bei 5 700 Punkten und bei 5 400 Punkten im März 2011. "Am Markt wurde bereits vorweggenommen, was an Daten noch nachkommt", kommentierte Stratege Markus Reinwand. "Wir prognostizieren daher zwar keinen Bärenmarkt, erwarten aber Kursrückgänge und empfehlen die Untergewichtung von Aktien." Bayernlb und HSH Nordbank hingegen sind mit 6 400 Punkten bis Jahresende am optimistischsten unter den sechs Banken. Bis März 2011 schließlich hat nur noch die Bayernlb die höchsten Erwartungen mit 6 600 Punkten.

Aktienstratege Georg Elsaeßer von der WestLB verwies unter anderem auf die unverändert "extrem hohe Risikoaversion" der Anleger, die dem Aufschwung immer noch nicht trauten. Er rechnet daher damit, dass auch weiterhin negatives Überraschungspotenzial an den Märkten stärkere Beachtung finden werde als positives, zumal die Ausblicke der Unternehmen während der Berichtssaison im dritten Quartal seines Erachtens bereits gedämpfter ausfallen dürften. "Trotz starker Unternehmenszahlen hat es an den Märkten keinen Break nach oben gegeben. Daran hat sich gezeigt, dass die Makrodaten einen stärkeren Einfluss hatten als die Unternehmensberichte."

Dass die Aufwärtsdynamik der Unternehmensgewinne im ersten Halbjahr 2011 deutlich abnehmen werde, hob auch Analyst Manfred Bucher von der Bayernlb hervor. Die Einflüsse dürften aber leicht positiv bleiben und auch von der Zins- und Geldpolitik sei in den kommenden Monaten noch kein Gegenwind zu erwarten, hob er hervor. Die Leitzinsen dürften vorerst weiter sehr niedrig bleiben. Zur Geldpolitik sagte er: Die US-Notenbank Fed und ihr europäisches Pendant EZB "werden ihren expansiven Kurs noch mindestens bis Juni 2011 beziehungsweise September 2011 fortsetzen", und begründete damit seinen Optimismus für Aktienmarktentwicklung.

Unisono empfehlen die Experten aufgrund ihrer Dax-Prognosen und ihrer ebenfalls verhaltenen Ausblicken für Eurostoxx 50 und Stoxx Europe 50 , für die sie auf Drei- bis Sechsmonatssicht im Schnitt sogar eher mit leichten Rückgängen rechnen, Investitionen in Titel mit hohen Dividendenrenditen. Diese Kennzahl zur Aktienbewertung drückt das Verhältnis der Dividende eines Unternehmens im Vergleich zu seinem Aktienkurs aus. Aktienexperte Volker Sack von der Nordlb etwa hob für den Dax die Anteilsscheine der Deutsche Telekom sowie der beiden Versorgeraktien Eon und RWE hervor, die alle drei über eine Dividendenrendite von sieben Prozent verfügen. Positive sei seine Brancheneinschätzung für den Autosektor, sowie für die Sektoren Lebensmittel, Gesundheit und Industriegüter und Technologie.

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