Volkswagen-Aktie im Fokus

Wie das Aktiengesetz VW-Aktionären zur Dividende verhalf

Paragraf 140 des Aktiengesetzes hat VW-Aktionären dazu verholfen, selbst für das Verlustjahr 2015 eine Dividende zu erhalten. Denn ansonsten hätte dem Land Niedersachsen ein empfindlicher Machtverlust gedroht.
VW-Vorstandschef Matthias Müller am Donnerstag in Wolfsburg. Quelle: dpa
Volkswagen

VW-Vorstandschef Matthias Müller am Donnerstag in Wolfsburg.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/Frankfurt/MünchenDie Mitglieder der Familie Porsche und Piëch hatten im Aufsichtsrat von Volkswagen gegen die Ausschüttung einer Dividende für das Verlustjahr 2015 gestimmt. Angesichts des Milliardenverlustes hätten sich die vier Vertreter im Aufsichtsrat des Autobauers zunächst gegen eine Ausschüttung ausgesprochen und dann gegen diese gestimmt, wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren hat.

VW ist im vergangenen Jahr wegen des Abgasskandals tief in die Verlustzone gerutscht, Vorstandschef Matthias Müller informierte am Donnerstagmorgen über die Details. will aber dennoch insgesamt 68 Millionen Euro an seine Anteilseigner zahlen – Vorzugsaktionäre erhalten 17 Cent pro Aktie. Wegen der roten Zahlen wird VW die Dividende komplett aus der Substanz zahlen müssen.

Die vier Vertreter der Familie hätten dies abgelehnt, wie es heißt. Sprecher des Unternehmens und der Familie lehnten einen Kommentar dazu ab. Aufsichtsratssitzungen seien vertraulich, sagte ein VW-Sprecher. Die VW-Vorzugsaktie notiert am Donnerstag ein Prozent im Minus bei 128,20 Euro.

Für eine Dividende machte sich eine Allianz aus Betriebsrat und dem Land Niedersachsen als zweitgrößter Aktionär stark. Die beiden Parteien wollten verhindern, dass die Besitzer von Vorzugsaktien mehr Einfluss erhalten. Bislang sind deren Anteilsscheine ohne Stimmrecht. Dies ändert sich indes, sobald zwei Jahre keine Dividende geflossen ist.

Die 30 Dax-Konzerne und ihre Dividenden-Rendite

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
Xetra

+0,02 +0,23%
+8,90€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
E.On
1 von 30

E.On

Dividende
2014: 0,50 Euro

2015: 0,50 Euro

Dividendenrendite: 5,4 %

Nächste Dividendenzahlung voraussichtlich: 4.5.2016

Alle Angaben Stand: 25. April 2016. Teilweise müssen die Dividenden für 2015 noch von den jeweiligen Hauptversammlungen bestätigt werden. Die Aktien sind nach der aktuellen Dividendenrendite sortiert.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

+0,43 +0,58%
+74,96€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
2 von 30

Daimler

Dividende
2014: 2,45 Euro

2015: 3,25 Euro

Dividendenrendite: 5,2 %

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
Xetra

+1,35 +0,66%
+204,70€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Allianz
3 von 30

Allianz

Dividende
2014: 6,85 Euro

2015: 7,30 Euro

Dividendenrendite: 5,38 %

Nächste Dividendenzahlung voraussichtlich: 4.5.2016

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
Xetra

+0,50 +0,26%
+192,10€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück
4 von 30

Münchener Rück

Dividende
2014: 7,75 Euro

2015: 8,25 Euro

Dividendenrendite: 4,6 %

Nächste Dividendenzahlung voraussichtlich: 27.4.2016

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
Xetra

+1,68 +1,75%
+97,82€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
5 von 30

BASF

Dividende
2014: 2,80 Euro

2015: 2,90 Euro

Dividendenrendite: 4,1 %

Nächste Dividendenzahlung voraussichtlich: 29.4.2016

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
Xetra

+0,03 +0,10%
+29,80€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat 1
6 von 30

Pro Sieben Sat 1

Dividende
2014: 1,60 Euro

2015*: 1,80 Euro

Dividendenrendite: 4,0 %

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

+1,52 +1,63%
+94,58€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
7 von 30

BMW

Dividende
2014: 2,90 Euro

2015: 3,20 Euro

Dividendenrendite: 4,1 %

Nächste Dividendenzahlung voraussichtlich: 12.5.2016

Zwar müssten dazu für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 die Ausschüttungen ausfallen. Aber um schon die Gefahr von vornherein zu bannen, hätten sich Betriebsrat und Niedersachsen gegen die Familie durchsetzen wollen, wie es im Konzern heißt. Land und Gewerkschafter kommen auf eine Mehrheit von zwölf Stimmen in Aufsichtsrat.

Ursache dafür ist das Aktiengesetz und sein Paragraf 140. Darin heißt es: Zahlt ein Unternehmen zwei Jahre in Folge keine Dividende an seine Vorzugsaktionäre, dürfen diese mit entscheiden.

Aus stimmrechtslosen würden stimmberechtigte Aktien. Doch dieser Gefahr wollten die Arbeitnehmer und das Land im VW-Aufsichtsrat ausweichen. Das Land Niedersachsen würde bei einem Einfluss der bislang stimmrechtslosen Vorzugsaktionäre seinen 20-Prozent-Anteil verlieren - und damit auch seine Sonderrechte.

Ein Vorbild für eine symbolische Dividende hat VW bereits: RWE. Nach dem Atomausstieg der Regierung, Ertragseinbrüchen und sinkenden Strompreisen hat der Versorger seine Dividende gestrichen. Aber: RWE-Vorzugsaktionäre bekommen auch in diesem Jahr etwas Geld. Ihnen verbleiben 13 Cent je Aktie. Sie kosten dem Gesamtkonzern fünf Millionen Euro.

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