Volkswagen-Aktien
Anleger fahren Ernte bei VW-Vorzügen ein

An ihrem ersten Tag im deutschen Leitindex haben die VW-Vorzugsaktien schwächer tendiert und damit den Dax auf seinem Weg zur 6 000-Punkte-Marke ausgebremst. Viele Anleger hatten bereits seit langem darauf gewettet, dass die Vorzüge die Stämme im Dax ersetzen würden, daher sprechen Aktienhändler nun von Gewinnmitnahmen.
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HB FRANKFURT. Viele Anleger hatten seit langem darauf gewettet, dass die Vorzüge die Stämme im Dax ersetzen würden. Der Grund für diesen Tausch war letztlich in der vergangenen Woche eine Anteilserhöhung an VW durch das Emirat Katar auf 17 Prozent. Dadurch sank die Zahl der umlaufenden Aktien, der sogenannte Streubesitz, bei den Stammaktien unter zehn Prozent, was den Ausschluss aus dem Dax durch die Deutsche Börse zur Folge hatte. Dieser wurde heute vollzogen.

Die VW-Vorzugsaktien haben in diesem Jahr bereits mehr als 70 Prozent zugelegt, während die Stämme rund 70 Prozent einbüßten. Am heutigen Mittwoch verloren die Vorzüge in einem freundlichen Marktumfeld bei insgesamt niedrigen Umsätzen rund ein Prozent auf 64,67 Euro. "Das sind Gewinnmitnahmen, was aber nach dem Kursverlauf in diesem Jahr und bei einer Aufnahme in den Dax normal ist", sagte ein Aktienhändler. Die Stämme legten dagegen 0,6 Prozent auf 75,55 Euro zu.

In der Dax-Jahresbilanz liegen die Vorzüge bei der Kursperformance an dritter Stelle hinter Infineon und Deutsche Bank. Die Stämme haben sich schlechter als alle Dax-Werte entwickelt. 2008 waren sie noch mit einem Plus von 60 Prozent der einzige Gewinner im Dax gewesen.

Dass die Vorzugsaktien auf ihrem aktuellen Niveau attraktiv bewertet sind, glaubt die Mehrzahl der Experten. Elf von 17 Analysten, die laut Finanzdatenanbieter Bloomberg die Vorzugsaktie in den vergangenen vier Wochen unter Lupe genommen haben, empfehlen, die Papiere zu kaufen; vier sagen "halten", nur zwei "verkaufen".

Bei den Stammaktien sieht das Stimmungsbild dagegen deutlich schlechter aus: Lediglich vier von 14 Experten raten zum Kauf der Stämme; die gleiche Zahl Analysten sagt besser abwarten und Papiere halten; sechs dagegen raten, die Aktien alsbald aus dem Depot zu werfen. Der Verkaufsdruck auf die VW-Stämme werde wegen der Umschichtung in VW-Vorzüge in den nächsten Tagen anhalten, heißt es. Wegen des immer kleiner werdenden Streubesitzes sind die Papiere für Anleger unattraktiv geworden.

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