Volumen geht zurück
Krise lähmt Markt für Börsengänge

Die aktuelle Krise an den Finanzmärkten verhagelt den Investmentbanken das Geschäft mit Börsengängen. Die Zahl der deutschen Neuemissionen geht nach Ansicht von Banken im zweiten Halbjahr stark zurück. Ein großes Fragezeichen steht vor allem hinter den Reits-Plänen vieler Immobilienunternehmen.

FRANKFURT. Nach Angaben von Investmentbankern und Unternehmen wird das Volumen der Neuemissionen (IPO) in Deutschland im zweiten Halbjahr 2007 bei weitem nicht mehr die Dimension der Zeit bis zur Sommerpause erreichen. Bis Juli gaben 18 Unternehmen ihr Börsendebüt im Premiumsegment Prime Standard der Deutschen Börse und fuhren so Emissionserlöse von über sechs Mrd. Euro ein.

Das Klima für Börsengänge in Deutschland trübt sich ein. Im zweiten Halbjahr wird nach Aussagen von Investmentbankern und Unternehmen das Geschäft mit Aktienneuemissionen bei weitem nicht mehr die Dimension einnehmen wie dies bis zur Sommerpause der Fall war.„Das restliche Jahr wird ruhig auf dem IPO-Markt werden“, sagt Georg Hansel, der bei der Deutschen Bank das Geschäft mit deutschen Aktienemissionen verantwortet. Teilweise würden geplante Aktienemissionen ins nächste Jahr verschoben, erwartet Dirk Notheis, Ko-Chef des Investment-Bankings bei Morgan Stanley in Deutschland.

Der Grund für die Zurückhaltung sind die durch die Immobilienkrise in den USA ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten. Die derzeitige Unsicherheit dämpft das Vertrauen potenzieller Börsenneulinge in den Markt empfindlich. Der Risikoappetit der Investoren sei praktisch auf dem Nullpunkt, sagen Experten. „Großinvestoren wie Fonds haben zwar noch Überschussliquidität, verhalten sich angesichts der Turbulenzen aber vorsichtig“, sagt Investmentbanker Notheis.

Insgesamt wird die IPO-Bilanz im Jahr 2007 dennoch gut ausfallen – allerdings nur dank eines überaus starken ersten Halbjahres. Viele Börsenkandidaten hatten ihre Pläne wegen der Euphorie an den Finanzmärkten, die bis zum Juli anhielt, vorgezogen. Prominentestes Beispiel war der Großmotorenhersteller Tognum, dessen Börsengang lange Zeit für den Herbst angekündigt war, dann aber schon Anfang Juli umgesetzt wurde.

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