Volumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro erwartet
Auto-Teile Unger zieht es an die Börse

Die Werkstattkette Auto-Teile Unger (ATU) peilt nach Angaben aus informierten Kreisen einen Börsengang für das dritte Quartal des laufenden Jahres an. Das Unternehmen wäre der erste reine deutsche Auto-Servicedienstleister auf dem Frankfurter Parkett.

HB FRANKFURT. „Wir planen den Börsengang, wollen aber derzeit nichts zum Zeitpunkt sagen“, sagte ATU-Geschäftsführer Werner Aichinger am Montag im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. In den Kreisen hieß es, die Beteiligungsgesellschaft und ATU-Mehrheitseignerin Doughty Hanson habe den Börsengang von ATU für das dritte Quartal 2004 mit einem Volumen von mehr als 1,5 Mrd. € ins Auge gefasst. Credit Suisse First Boston (CSFB) und HSBC seien mit der Vorbereitung beauftragt worden. Aichinger wollte die Details nicht kommentieren, ein Sprecher von Doughty Hanson lehnte eine Stellungnahme ab.

Die in Weiden in der Oberpfalz ansässige ATU betreibt nach Angaben Aichingers derzeit 450 auf Autoreparaturen und Reifenwechsel spezialisierte Filialen in ganz Deutschland und erwirtschaftete 2003 mit 12 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,3 Mrd. €. Die 1985 gegründete ATU wäre zumindest für Deutschland eine Neuheit auf dem Kurszettel, während es in Amerika bereits seit 1946 mit Pep Boys einen Auto-Servicedienstleister an der Börse gibt.

Die Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson hatte ATU 2002 für eine nicht genannte Summe erworben. Damals hatte Doughty Hanson erklärt, man plane ATU weiterzuentwickeln und binnen fünf Jahren an die Börse zu bringen. Neben Doughty Hanson sind Werner Aichinger, Unternehmensgründer Peter Unger sowie Teile des Managements an ATU beteiligt. Angaben zur Verteilung der Anteile machte das Unternehmen nicht.

Die Hoffnungen eines 2003 brach liegenden deutschen Marktes für Börsengänge richten sich derzeit unter anderem auf solche Transaktionen, bei denen Firmen wie Doughty Hanson ihre Beteiligungen über die Börse verkaufen. So wird erwartet, dass der Armaturenhersteller Grohe, der 2002 im Rahmen eines Management-Buy-Outs von der Börse genommen wurde, in diesem Jahr erneut gelistet wird. Außerdem plant die Postbank für den Herbst die Notierungsaufnahmen ihrer Aktien. Nachdem es 2003 in Frankfurt erstmals seit 1968 nicht einen einzigen Börsengang gab, rechnen Kapitalmarkt-Experten für 2004 mit bis zu 15 Listings. In der Boomphase der späten 90er Jahre hatte es jährlich bis zu 160 Börsengänge in Deutschland gegeben.

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