Vor Börsengang
Preiseinbruch trifft Rohstoffriesen Glencore

Die Turbulenzen am Rohstoffmarkt werfen einen Schatten auf den Milliarden-Börsengang des Rohstoffhändlers Glencore. Eine Absage des IPO gilt zwar als unwahrscheinlich, aber einige Investoren beginnen zu zögern.
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LondonFür den Rohstoffriesen Glencore hätte der Einbruch an den Rohstoffmärkten zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können. Kaum haben die Schweizer ihren rekordverdächtigen zehn Milliarden Dollar schweren Börsengang auf den Weg gebracht, schüren die heftigen Preisausschläge bei Silber, Öl und anderen Rohstoffen die Angst, dass dem langjährigen Boom die Luft ausgeht. Ein Scheitern der Mammutemission droht nach Meinung von Großinvestoren zwar nicht, doch gehen die Fondsmanager davon aus, dass sich die Preissetzungsmacht zu ihren Gunsten verschiebt. Die Euphorie um den Börsengang scheint jedenfalls erst einmal verflogen.

Glencore, der bislang wenig bekannte weltgrößte Rohstoffhändler, bietet seine Aktien für 480 bis 580 Pence zum Kauf an. In der Mitte dieser Spanne wäre das gesamte Unternehmen 60 Milliarden Dollar wert. In der vergangenen Woche hieß es in Finanzkreisen, dass die Investoren bereits einen Tag nach Öffnung der Orderbücher genügend Angebote abgegeben hätten, um alle Aktien zu verkaufen.

Glencore hatte sich im Vorfeld für rund ein Drittel seiner Anteile sogenannte Ankerinvestoren gesichert, Großanleger, die fest zugesagt haben größere Beteiligungen zu übernehmen. So will ein Staatsfonds aus Abu Dahbi bis zu eine Milliarde Dollar in Glencore stecken.
Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter neun großen Fondsgesellschaften ergab, dass sieben kaum noch Chancen sehen, dass Glencore einen Preis von mehr als 520 Pence für seine Aktien erzielt. Zwei Fonds gehen sogar davon aus, dass der Schweizer Konzern seine Preisspanne senken muss, sollten sich die Turbulenzen an den Rohstoffmärkten nicht schnell beruhigen. "Ich sage nicht, dass die Nachfrage am Ende nicht da ist, aber das Interesse ist definitiv abgeflaut", zitiert Reuters einen der Fondsmanager.

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