Vor dem schwierigen dritten Quartal vermissen Analysten eine klare Strategie der Sendergruppe
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Nach den Turbulenzen um die Kirch-Pleite und die Übernahme durch den US-Milliardär Heim Saban hat der Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 Media wieder ruhigeres Fahrwasser erreicht.

DÜSSELDORF. Ende Juli kündigte Konzernchef Guillaume de Posch an, dass der Umsatz im zweiten Quartal stärker gestiegen sei als geplant. Dennoch werden die Aktionäre morgen genau hinhören, wenn de Posch die genauen Zahlen für das erste Halbjahr vorlegt. Im Mai war der Kurs der Vorzugsaktien von über 17 Euro auf 13 Euro gefallen, nachdem de Posch bei der Hauptversammlung die Erwartungen für das zweite Quartal gedämpft hatte. Seither hat sich die Aktie kaum erholt.

Für Euphorie sehen Analysten auch keinen Anlass. Sie vermissen vor allem eine klare Strategie der Sendergruppe und ein Bekenntnis Sabans, wie lange er die Mehrheit der Stammaktien halten will. Der US-Milliardär hatte vor einem Jahr 72 Prozent der Stammaktien von Pro Sieben Sat 1 aus der Insolvenzmasse des Kirch-Konzerns gekauft. Im Zuge einer Kapitalerhöhung im April weitete er seinen Anteil auf 75,1 Prozent aus. Die restlichen Stammaktien halten Kirch Media und der Axel Springer Verlag.

Obwohl die Vorzugsaktie von Pro Sieben von seinem Kursziel bei 15,50 Euro deutlich entfernt ist, rät Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe vom Kauf ab. „Es bleiben zu viele offene Fragen, beispielsweise, was die Entwicklung des Tochtersenders N24 oder einen möglichen Einstieg ins Bezahlfernsehen angeht.“ Verhandlungen mit Premiere über den Kauf von drei Spartenkanälen brach de Posch im Juli ab, weil er sich mit Premiere-Chef Georg Kofler nicht auf einen Preis einigen konnte.

Peter-Thilo Hasler von der Hypo-Vereinsbank (HVB) erwartet, dass das dritte Quartal 2004 für die privaten Fernsehsender insgesamt schlecht laufen wird. Mit der Übertragung der Olympischen Spiele würden die öffentlich-rechtlichen Sender viele Zuschauer von den Privaten abziehen. Deswegen rechnet Hasler bei Pro Sieben Sat 1 mit schwächeren Wachstumsraten in der zweiten Jahreshälfte.

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