Vor der Wahl
Wer in Großbritannien anlegt, muss sich sorgen

Kommt der „Brexit“? Stürzt das Pfund ab? Oder drohen Steuerhöhungen? Die Wahlen in Großbritannien machen Anlegern reichlich Sorgen. Und beide Favoriten könnten schlechte Nachrichten für die Börse bedeuten.
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FrankfurtAnleger in Großbritannien müssen sich auf eine turbulente Woche gefasst machen: Mit der Wahl am 7. Mai wird sich entscheiden, ob das Vereinigte Königreich auf eine Volksabstimmung über den Verbleib in der EU zusteuert. Sollten die europakritischen Parteien verstärkt Zulauf erhalten, dürften die Spekulationen auf einen EU-Austritt Großbritanniens an Fahrt gewinnen, sagt Niall Delventhal vom Brokerhaus FXCM. „Vor allem das Pfund könnte dann ordentlich unter die Räder kommen.“

Denkbar sind aus Sicht des Experten Kurseinbußen von mehr als vier Prozent - das Pfund würde damit unter sein bisheriges Jahrestief von 1,4563 Dollar rutschen. Auch der Londoner Leitindex, der seit Jahresbeginn sieben Prozent gewonnen hat, dürfte Börsianern zufolge verschnupft reagieren, wenn der Wahlausgang einen Abschied Großbritanniens aus der EU („Brexit“) wahrscheinlicher macht.

Ein solches Szenario hängt dabei nicht allein vom Abschneiden der EU-feindlichen Ukip-Partei ab, deren Einfluss nach einem starken Stimmenzuwachs steigen könnte. Auch der konservative Premierminister David Cameron selbst hat mehrfach angekündigt, im Falle seiner Wiederwahl noch vor 2017 ein Referendum zum Verbleib in der EU anzusetzen. Formell möchte der Regierungschef, der unter Druck von Euroskeptikern in seiner eigenen Partei steht, zwar in der EU bleiben.

Gleichzeitig fordert er jedoch, die Beziehungen Großbritanniens zur EU neu auszuhandeln. Noch ist der Ausgang der Wahlen völlig unklar: Cameron und die konservativen Tories liefern sich aktuell ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Labour Party von Ed Miliband.

Feststeht laut Experten jedoch, dass britische Unternehmen vor schwierigen Zeiten stünden, sollte es zu einem „Brexit“ kommen. Ein Abschied aus der EU würde das Agieren auf dem europäischen Binnenmarkt schwerer machen, die Handelshemmnisse dürften die Exportwirtschaft stark belasten, prognostiziert NordLB-Analyst Mario Gruppe.

Auch drohe eine zunehmende außenpolitische Isolierung. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung und des Ifo-Instituts zufolge könnte das britische Bruttoinlandsprodukt bis ins Jahr 2030 um bis zu 14 Prozent oder 313 Milliarden Euro niedriger liegen als bei einem EU-Verbleib.

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Auch ein Labour-Sieg könnte der Börse zusetzen

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