Vorstandschef Dunn ist vorsichtig mit Prognosen
ASML sticht die Konkurrenz aus

Analysten empfehlen die Aktie des weltgrößten Ausrüsters für Chipfabriken als langfristiges Investment.

BRÜSSEL. Es war eine große Überraschung: Der niederländische Chipmaschinen-Hersteller ASM Lithography N.V. (ASML) präsentierte in der vergangenen Woche für das dritte Quartal ein volleres Auftragsbuch als erwartet. Zugleich hatte das Unternehmen mit Sitz in Veldhoven den Nettoverlust fast halbiert. Der Verlust fiel damit etwas niedriger aus als von Marktbeobachtern prognostiziert. Die Aktie machte auf die Ankündigung hin einen Satz nach oben und legte 10 % zu. Seit Jahresbeginn kletterte der Aktienkurs sogar um 72%.

Amsterdamer Analysten hoben ihre Zwölf-Monats-Kursziele auf 18 bis 20 Euro an. Doch sie warnen auch vor zu viel Überschwang. „Es gibt noch keine eindeutigen Signale“, schreibt die Anlegerzeitschrift „Beleggers Belangen“. Sie rechnet mit Kursabschlägen in der nächsten Zeit.

„Die Frage ist, wann Aufträge endlich regelmäßig kommen", sagt ING-Analyst Ewald Walraven. ASML hatte Ende des dritten Quartals Aufträge im Wert von stolzen 895 Mill. Euro statt den von Analysten erwarteten 803 Mill. Euro. „Das überaus volle Auftragsbuch war auch Glücksache, denn die Hälfte der neuen Eingänge kam in den zwei letzten Septemberwochen“, relativiert Walraven. Einige waren für das vierte Quartal angekündigt worden. Es könne daher sein, dass das letzte Quartal weniger Eingänge bringt als erwartet.

Davor hatte auch Vorstandschef Douglas Dunn gewarnt: „Der Auftragseingang ist noch sehr unstet.“ Die Nachfrage kommt nur von einigen Unternehmen und wird noch nicht vom gesamten Markt getragen. Die führenden Chiphersteller Intel und AMD verbuchen gute Zahlen und ordern. Die ebenfalls zu den führenden Anbietern gehörende taiwanesische TSMC nahm aber Aufträge für ASML teils zurück.

Analysten der Rabo Securities sind trotzdem zuversichtlich: „Wir glauben, dass der starke Auftragseingang das erste Zeichen einer dauerhaften Erholung ist, weil die Auslastungsgrade der Chiphersteller im September das Niveau von 90% erreichten“, begründet Frits de Vries seinen Optimismus. Er erwartet auch für das letzten Quartal kräftige Auftragseingänge.

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